Im Fokus stand diesmal auch die Würdigung journalistischer Arbeit, etwa durch Anna Schmidt für ihre einfühlsame Dokumentation „Being Hipp - First Lady of European Jazz“. Der Sonderpreis für Musikvermittlung, vergeben an Groove Inclusion, unterstreicht, wie wichtig Teilhabe im Jazz inzwischen geworden ist.
Jeder Preis ist großzügig mit 12.000 Euro dotiert. Wer nominiert wurde und leer ausging, wurde ebenfalls mit immerhin 4.000 Euro bedacht – ein fairer Ansatz, wie ich finde.
Die Veranstaltung markierte zugleich den 20. Geburtstag der jazzahead!, was die Atmosphäre im stilvollen Congress Centrum Bremen besonders elektrisierte. Musikalisch wurde einiges aufgeboten: Das Moses Yoofee Trio, Adeolu, hilde und ganavya brachten frische Energie auf die Bühne und zeigten, wie facettenreich Jazz 2026 ist.
Die musikalische Gesamtleitung stammte diesmal von Birgitta Flick und ihrem Quintett – Flick war zuvor selbst Preisträgerin in der Kategorie Komposition/Arrangement. Grußworte kamen von Dr. Konrad Schmidt-Werthern aus dem Bundeskulturministerium und Bremens Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte – die Mischung aus Politik und Musik passte erstaunlich gut. Die launige Moderation übernahmen Thelma Buabeng und Götz Bühler.
Übrigens: Wer nicht live dabei sein konnte, musste nicht traurig sein. Die komplette Show lief im Livestream unter anderem auf bremenzwei.de und ARDJazz.de – und natürlich wird man alles auch später noch in der ARD-Mediathek finden.
Apple Music hat eigens Playlists rund um die Nominierten und Sieger:innen kuratiert, die die Vielfalt des Preises hörbar machen. Ein kleiner, aber feiner digitaler Fußabdruck für den Jazzpreis, der längst mehr als nur eine Szeneveranstaltung ist.
Die diesjährige Vergabe des Deutschen Jazzpreises würdigt in ihrer 22. Auflage nicht nur musikalische Spitzenleistung, sondern setzt auch auf soziale Aspekte und Sichtbarkeit für weniger bekannte Akteure der Szene. Herausragend: Aki Takase wurde zu Recht für ihr Lebenswerk geehrt, während Rebekka Salomea und Phil Donkin wichtige Impulse für die Zukunft setzen. Zudem betont der Preis die Bedeutung von Musikvermittlung und Teilhabe – ein Zeichen, dass Jazz heute mehr ist als virtuose Soli, sondern ein gesellschaftliches Projekt. Laut einer aktuellen Recherche bleibt der Jazzpreis ein Gradmesser für kreative Veränderungen in der Szene, sowohl national als auch global. In weiteren Berichten aktueller Tageszeitungen wird auch das Engagement auf den Bühnen und die bunte Vielfalt auf der jazzahead! hervorgehoben, was die deutsche Jazzlandschaft im Jahr 2026 so spannend macht.