Grüne feiern eingefrorene Ticketpreise bei der Bahn – Aber das eigentliche Problem bleibt

Tarek Al-Wazir von den Grünen lobt den Plan der Bahn, die Ticketpreise im Fernverkehr vorerst nicht zu erhöhen. Im Schatten der Energiekrise sieht er darin einen überfälligen Schritt, mahnt aber gleichzeitig: Das löst die Dauerbaustellen bei der Bahn längst nicht.

heute 12:23 Uhr | 3 mal gelesen

Dass Ticketpreise bei der Deutschen Bahn für ein Jahr stabil bleiben, klingt im ersten Moment fast wie ein kleines Wunder – zumindest für Vielfahrer, die jedes Jahr bei der Preistabelle nervös werden. Tarek Al-Wazir, Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag, nimmt das amüsant ernst: 'Genau das brauchen wir jetzt', lässt er in der 'Rheinischen Post' durchblicken. Verständlich: Autofahren und Fliegen sind längst Luxusartikel, weil Sprit und Kerosin stets im Preis nach oben jagen. Da wirkt ein eingefrorener Bahntarif plötzlich wie eine Einladung – vielleicht sogar wie ein stilles Versprechen, dass klimafreundliche Mobilität nicht an der Geldbörse scheitert.

Doch so richtig feiern will Al-Wazir nicht, und ehrlich gesagt: Ich verstehe ihn. Für viele Bahnkunden ist der Preis gar nicht mal das riesige Problem – es sind die ewigen Verspätungen, der ein oder andere Zugausfall und das berühmte, endlos sanierungsbedürftige Netz. Da hilft es nicht, wenn Al-Wazir den Finger in die Wunde legt und offen fordert, dass die Bundesregierung das Geld dringend in den Ausbau und die Modernisierung der Schiene lenken muss. — Wer das alles schon zigmal gehört hat, merkt: Die Ticketpreis-Bremse ist ein Signal, aber kein Allheilmittel. Und es bleibt, im besten Sinne, ein Anfang, auf dem wirklich Druck aufgebaut werden muss.

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