DIW-Präsident äußert Bedenken gegenüber Pflicht-Betriebsrenten des DGB

Das DIW Berlin, angeführt von Marcel Fratzscher, steht dem Vorschlag des DGB und von SPD-Mann Lars Klingbeil kritisch gegenüber, wonach Betriebsrenten für alle Beschäftigten verpflichtend werden sollen – auch wenn die Stärkung an sich begrüßt wird.

10.06.26 01:02 Uhr | 28 mal gelesen

„Eine verbindliche Einführung wäre jetzt eher kontraproduktiv“, meint Fratzscher nüchtern – gerade kleinere und mittelständische Betriebe könnten die zusätzlichen Belastungen kaum verkraften, besonders in der aktuellen Wirtschaftslage. Der DIW-Leiter plädiert dafür, dass die Bundesregierung mehr Verantwortung übernimmt und nicht wieder – wie leider schon öfter – nötige Sozialreformen blind auf den Rücken der Unternehmen ablädt. Viel sinnvoller wären gezielte staatliche Anreize, weniger bürokratische Hürden und eine unkompliziertere Förderung für Firmen. Parallel sollte die gesetzliche Rente weiter ausgebaut und abgesichert werden, statt sich einseitig auf Betriebspensionen zu fixieren. DGB-Chefin Yasmin Fahimi dagegen hatte am Wochenende darauf hingewiesen, dass etwa 20 Millionen Erwerbstätige ohne betriebliche Altersvorsorge dastehen. Ihr Vorschlag einer flächendeckenden Verpflichtung wurde nun vom SPD-Politiker Lars Klingbeil öffentlich unterstützt – passenderweise kurz vor dem für Mittwoch anberaumten Treffen zur Rentenreform im Kanzleramt. Die Diskussion bekommt damit neuen Schwung und dürfte noch einige überraschende Wendungen nehmen.

Das DIW warnt angesichts der angespannten Lage vieler Unternehmen vor einer generellen Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge und fordert stattdessen staatliche Förderung, um die Verbreitung von Betriebsrenten zu steigern. Mit 20 Millionen Beschäftigten ohne Betriebsrente sieht der DGB massiven Nachholbedarf, wohingegen Ökonomen wie Fratzscher vor zu starren Regularien warnen und mehr Flexibilität und Verantwortung vonseiten des Staates fordern. Inzwischen hat auch SPD-Politiker Klingbeil die Initiative unterstützt, doch kurz vor dem geplanten Reform-Gipfel bleibt offen, wie viel Bewegung die Debatte noch aufnimmt. Aktuelle Recherchen zeigen: Die Bundesregierung diskutiert inzwischen eine umfassendere Einbindung der Betriebsrente zur Stabilisierung des Rentensystems. Gleichzeitig tauchen Zweifel an der Finanzierbarkeit für KMU auf und in den Medien steigen die Forderungen nach einfacheren Zugangsmöglichkeiten für Arbeitnehmer, wie neue digitale Meldeverfahren oder zusätzliche Steuervergünstigungen. Auch die Frage der Systemgerechtigkeit steht im Raum, sodass Vorschläge zur gezielten Förderung von Geringverdienern und einer verbesserten Portabilität der Betriebsrentenplattformen im Zentrum der weiteren Debatte stehen.

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