Satellitenkommunikation: Neuer Wachstumsmotor für Mobilfunkanbieter laut BearingPoint-Analyse

Frankfurt am Main – Der eigentliche Nutzen von Satellitenkommunikation für Mobilfunkunternehmen entsteht erst durch clevere Einbindung ins Geschäft und innovative Monetarisierungsmodelle – die reine Technik reicht nicht.

heute 08:58 Uhr | 5 mal gelesen

Satellitenkommunikation hat sich vom Randthema zu einer echten Option für Mobilfunkanbieter entwickelt. Interessanterweise ist es diesmal weniger die Technologie selbst, die das Tempo vorgibt, sondern vielmehr Veränderungen im Markt: Während das Privatkundengeschäft langsam an eine Grenze stößt, boomt das Feld der Geschäftskunden, vor allem dank IoT. BearingPoint hat das in zwei Studien genau untersucht – speziell die Unterschiede zwischen B2B und B2C. Vor allem im Geschäftskundenbereich dreht sich alles ums Internet of Things. Experten schätzen: Zwischen 2024 und 2030 steigt die Zahl der deutschen IoT-Verbindungen von 82 auf 138 Millionen – das ist richtig viel. Unter Privatleuten hingegen? Der Markt ist gesättigt; schon 87 Prozent nutzen Mobilfunk. Mehr Nutzer werden kaum hinzukommen. Gleichzeitig steigt kaum noch der Umsatz pro Kunde – trotz Milliarden-Ausgaben für Ausbaumaßnahmen. Zeit also für neue Erlösmodelle. Im B2B ist Satellitenkommunikation vor allem ein Baustein zur Absicherung kritischer Prozesse – dort, wo Funklöcher klassischer Netze nicht mehr schließen. Das Risikomanagement von Unternehmen schaut dabei eher auf Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit als auf Hightech-Parameter. Unterm Strich sagt Julius Hafer (BearingPoint): Für Provider ist die Technologie am stärksten, wenn sie als Teil von Plattform- und IoT-Lösungen mitläuft und so für die Kunden Mehrwert schafft. Im Privatkunden-Segment spielt die Technik auf einer anderen Klaviatur. Direct-to-Device-Konzepte machen es möglich, Handys direkt mit Satelliten zu verbinden. Doch der Nutzen zeigt sich weniger im Alltag – eher in Ausnahmesituationen, zum Beispiel bei Notfällen oder in Funklöchern. Die Zahlungsbereitschaft der Kunden wächst genau dann: Mehr Sicherheit, nicht noch ein Zusatzfeature. So könnten für etwa 6 Euro mehr Monatsgebühr die Umsätze im Mobilfunk um bis zu 40 Prozent steigen. Letztlich ist weniger die Technologie selbst entscheidend, sondern wie geschickt sie in Produkte verpackt wird. Wer die Kundenschnittstelle erobert, gewinnt. Das heißt: Nicht länger fragen, ob Satellitentechnik ins Portfolio kommt, sondern wie man sie clever als Angebot für beide Marktsegmente einsetzt. Die kompletten Studien sind online verfügbar: https://ots.de/CBBq75

Satellitenkommunikation rückt für Mobilfunkanbieter ins strategische Zentrum: Im B2B-Bereich sorgt sie für zuverlässige Konnektivität gerade dort, wo herkömmliche Netze versagen, und wird so Teil geschäftskritischer Prozesse, speziell im IoT-Kontext. Im Privatkundensektor ist der emotionale Mehrwert der Technologie entscheidend: Kunden schätzen das zusätzliche Sicherheitsversprechen, insbesondere in Ausnahmesituationen, und sind bereit, für diesen Schutz monatlich draufzuzahlen. BearingPoint betont, dass Mobilfunker nicht die Technik selbst verkaufen sollten, sondern greifbare, auf Kundennutzen ausgerichtete Angebote – der Umsatz- und Differenzierungshebel liegt im geschickten Paketieren und anfassbaren Lösungen, nicht im Technologiesprung. Aktuelle Recherche (Stand 19.06.2024): Weitere Studien und Nachrichten unterstreichen, dass Satelliteninternet gerade durch Projekte wie Starlink zunehmend in ländlichen Gebieten als Alternative zu klassischen Netzen an Bedeutung gewinnt. Neue Initiativen in Europa, zum Beispiel das EU-Projekt IRIS², zielen darauf ab, souveräne und sichere Satelliteninfrastruktur zu schaffen – insbesondere um Datenströme für kritische Dienste und in Krisenzeiten abzusichern. Parallel kündigen Telekommunikationsanbieter wie Deutsche Telekom und Vodafone an, ihre Portfolios um satellitengestützte Lösungen für Netzsicherheit, IoT-Anwendungen und Notfall-Kommunikation zu erweitern, was auch für Verbraucher neue Sicherheitspakete und Preismodelle, etwa für die Nutzung bei Outdoor-Aktivitäten, bedeutet.

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