Der Vorschlag, das österreichische System der Schwerarbeitspension in Deutschland einzuführen, stößt bei Peter Bofinger auf Widerspruch. Er sieht das Modell als nicht praktikabel an, da es zahlreiche juristische und praktische Schwierigkeiten gebe, etwa bei der Definition von 'Schwerarbeit' oder bei der Erfassung psychischer Belastungen. Aktuelle Berichte in Medien wie Spiegel und Süddeutscher Zeitung greifen unterdessen die wachsende Debatte um rentenpolitische Reformen, insbesondere für besonders belastete Berufsgruppen, auf. Zuletzt wurde in Fachkreisen diskutiert, ob eine Einzelfallprüfung und individuelle Lösungen für Betroffene praktikabler wären – auch unter dem Eindruck einer alternden Gesellschaft und angespannter Rentenkassen. Die österreichische Praxis mit Kalorienberechnung sei laut Expertenmeinungen zu einseitig und spalte Berufsgruppen, während alternative Ansätze in Deutschland vor allem auf flexible, maßgeschneiderte Übergänge und gezielte Unterstützung setzen. Rentenexperten warnen aktuell zudem davor, Reformen „von der Stange“ einzuführen, ohne die Eigenheiten des deutschen Arbeits- und Sozialsystems zu bedenken.