Mit ungewohnt scharfen Worten weist die Fifa aktuelle Vorwürfe zurück: Von ‚haltlosen Gerüchten und faktisch widerlegten Anschuldigungen‘ ist auf Fifa-Seite die Rede. Man warnt davor, Zweifel und Spekulationen als vermeintliche Wahrheiten darzustellen – ein Seitenhieb auf Medien und Kritiker. Hintergrund: Infantino steht erneut massiv in der Kritik, diesmal ausgelöst durch den umstrittenen Fifa-Forward-Enterprise-Plan. In einer Nussschale: Ein privatwirtschaftlicher Investor hätte 21 Prozent der Vermarktungsrechte übernehmen sollen – europaweite Empörung war die Folge. Insbesondere die Uefa spricht inzwischen offen von Vertrauensverlust. Der Tonfall ist rau, ein Boykott von Fifa-Events wird nicht mehr ausgeschlossen, weil die Angst bleibt: Der Plan könnte irgendwann aus der Schublade geholt werden. Interessanterweise ist Infantinos Rückhalt von Kontinent zu Kontinent unterschiedlich: Während aus Europa Gegenwind bläst, stellen sich etwa der mexikanische Verband und Conmebol (Südamerika) demonstrativ hinter ihn. So entsteht fast der Eindruck, der Machtkampf im Weltfußball werde zum geopolitischen Schachspiel.
Die Fifa sieht sich aktuell einer Welle von Kritik und vermeintlichen Angriffen auf ihren Präsidenten Gianni Infantino gegenüber. Die Auseinandersetzung entzündete sich am gescheiterten Fifa-Forward-Enterprise-Plan, durch den Anteile an einem neuen Unternehmen privatisiert werden sollten – eine Idee, die gerade für europäische Verbände inakzeptabel erschien. Inzwischen eskaliert der Konflikt: Die Uefa bringt einen Boykott von Fifa-Veranstaltungen ins Spiel und äußert klar ihr Misstrauen gegenüber Infantino, während südamerikanische und mexikanische Verbände zu ihm halten. Zudem stand Infantino bereits in den letzten Jahren häufig in der Kritik – nicht nur wegen Geschäftsmodellen, sondern auch im Zusammenhang mit Ethik und Integrität der Fifa selbst. Nach aktuellen Medienberichten planen einige große europäische Fußballverbände, notfalls einen eigenen internationalen Wettbewerb auf die Beine zu stellen, sollte es mit der Fifa keinen Konsens geben. Offen bleibt, wie lange Infantino mit Rückendeckung außerhalb Europas über Wasser bleibt.