Kubicki lehnt nicht nur die Frühverrentung ohne Abschläge ab, sondern hält auch spezielle Lösungen für einzelne Regionen – beispielsweise den Osten – für ausgeschlossen, da sie das Rentensystem nur weiter verkomplizieren würden. Tatsächlich argumentiert er, dass die Regelung vor allem Bürojobs zugutekommt und entgegen der Erwartung Menschen aus körperlich schweren Berufen weniger erreicht. Die Debatte spiegelt eine größere politische Auseinandersetzung um den Umgang mit dem demografischen Wandel und die Frage nach sozialer Gerechtigkeit im Rentensystem wider. Ergänzend ist zu sagen: Bundesweit wächst der Druck, das Rentensystem nachhaltiger zu machen. Laut neuer Studien befinden sich die Rentenkassen trotz Rekordbeschäftigung unter Druck, nicht zuletzt wegen der alternden Bevölkerung. Spürbar ist aktuell auch der Unmut von Gewerkschaften und Sozialverbänden, die bei Änderungen mehr Fingerspitzengefühl für Lebensarbeitsleistung fordern.