Kubicki fordert Abschied von der Frühverrentung ohne Abzüge

Mitten in der kontroversen Diskussion um die geplante Streichung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren prescht FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki vor – und spricht sich entschieden gegen das Modell der Frühverrentung aus. Laut ihm war diese Regelung bereits bei Einführung ein Irrweg.

09.08.26 08:30 Uhr | 27 mal gelesen

Kubicki lässt daran keinen Zweifel: "Es ist eine enorm teure Regelung, die kaum jemanden betrifft." Früher sei man davon ausgegangen, es gehe hauptsächlich um all jene, die ihr Leben lang auf dem Bau geschuftet oder andere harte Arbeit verrichtet haben. Doch heute wisse man, dass auch viele Menschen aus weniger körperlich fordernden Berufen – sprich, Leuten mit Schreibtisch-Jobs – von dieser frühen Rente profitierten. Für Kubicki ist klar: Die Frühverrentung passt weder ins System noch in die Zeit. Bezüglich regionaler Ausnahmeregelungen, wie sie etwa für Ostdeutschland diskutiert werden, bleibt Kubicki unnachgiebig. Sonderlösungen für bestimmte Bundesländer würden „nur für noch mehr Bürokratie“ sorgen. Einfache Lösungen, meint er, würden immer komplizierter werden, je mehr Ausnahmen man schaffe. Da fragt man sich, ob jede gesellschaftliche Errungenschaft irgendwann ihrem eigenen Regelwulst zum Opfer fällt.

Kubicki lehnt nicht nur die Frühverrentung ohne Abschläge ab, sondern hält auch spezielle Lösungen für einzelne Regionen – beispielsweise den Osten – für ausgeschlossen, da sie das Rentensystem nur weiter verkomplizieren würden. Tatsächlich argumentiert er, dass die Regelung vor allem Bürojobs zugutekommt und entgegen der Erwartung Menschen aus körperlich schweren Berufen weniger erreicht. Die Debatte spiegelt eine größere politische Auseinandersetzung um den Umgang mit dem demografischen Wandel und die Frage nach sozialer Gerechtigkeit im Rentensystem wider. Ergänzend ist zu sagen: Bundesweit wächst der Druck, das Rentensystem nachhaltiger zu machen. Laut neuer Studien befinden sich die Rentenkassen trotz Rekordbeschäftigung unter Druck, nicht zuletzt wegen der alternden Bevölkerung. Spürbar ist aktuell auch der Unmut von Gewerkschaften und Sozialverbänden, die bei Änderungen mehr Fingerspitzengefühl für Lebensarbeitsleistung fordern.

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