Manchmal kommt die Wall Street einfach nicht auf einen Nenner, und gestern war so ein Tag. Während der Dow Jones mit 47.417 Punkten endete, also satte 0,6 Prozent weniger als zuletzt, zeigte der breitere S&P 500 eine nahezu stabile Entwicklung und verlor kurz vor Handelsende rund 0,1 Prozent (6.776 Punkte). Die Tech-Werte im Nasdaq 100 dagegen behaupteten sich knapp im Plus mit etwa 24.965 Punkten. Pause im Auf und Ab? Wohl kaum.
Die US-Behörde für Statistik meldete für Februar eine Inflationsrate von 2,4 Prozent – exakt wie im Januar. Auf dem Papier wirkt das unspektakulär, doch für viele Anleger und Analysten ist das ein Wegweiser: Bleibt der Leitzins hoch, lässt die US-Zentralbank Fed locker? Gerade jetzt, wo wegen des Krieges zwischen USA, Israel und Iran die Stimmung ohnehin angespannt ist. Denn durch die weltpolitisch angespannte Lage kletterte der Ölpreis – und das wiederum heizt auch den Inflationsdruck an. Kommt die Fed da überhaupt noch mit ihrem Spagat aus Preisstabilität und hoher Beschäftigung klar?
Übrigens: Der Euro zeigte am Abend etwas Schwäche und rutschte auf 1,1573 US-Dollar. Wer lieber auf Gold setzt, sah ebenfalls einen kleinen Knick – die Feinunze lag bei 5.183 Dollar (-0,1 Prozent). Öl trifft weiter den Nerv der Zeit: Die Nordsee-Sorte Brent sprang am Mittwochabend regelrecht nach oben – 92,50 Dollar pro Fass, das sind über 5 Prozent Zuwachs in nur einem Handelstag. Nicht alltäglich.
Die US-Börsen entwickelten sich am Mittwoch zu Handelsende uneinheitlich: Während der Dow Jones nach unten rutschte, konnten vor allem Technologiewerte leichte Gewinne verbuchen. Der fortwährende Konflikt im Nahen Osten, vor allem zwischen Iran, USA und Israel, sorgt für Unsicherheit auf den Finanzmärkten, was sich nicht zuletzt in den stark gestiegenen Ölpreisen widerspiegelt. Auch die Nervosität bezüglich Inflation bleibt – zwar verweilt die jährliche Rate aktuell bei 2,4 Prozent, aber gerade die globalen Spannungen und die schwierigen Bedingungen für die US-Notenbank Fed – ein Dilemma zwischen Preisstabilität und Beschäftigung – könnten das Bild bald wieder verändern.
Aus aktuellen Medienquellen lässt sich ergänzen, dass die Anleger zunehmend auf geplante Unternehmensberichte und frische Arbeitsmarktdaten blicken. Viele Marktexperten warnen inzwischen auch vor überhitzten Tech-Märkten und machen geopolitische Unsicherheiten für den jüngsten Ölpreisanstieg verantwortlich. Zuletzt zeigte sich auch der Kryptomarkt nervös, da Anlangern in unsicheren Zeiten unterschiedlich reagieren – eine Tendenz, die sich in kommenden Wochen noch verstärken könnte.