Frauen-Bundesliga: DFB und Ligaverband einigen sich nach langem Streit

Nach anhaltenden Auseinandersetzungen haben DFB und der neue Frauen-Ligaverband FBL ihre Differenzen zur Zukunft der Frauen-Bundesliga beigelegt.

vor 46 Minuten | 2 mal gelesen

Der Deutsche Fußball-Bund verkündete am Sonntag, dass mit dem Ligaverband FBL ein tragender Grundlagenvertrag zur Ausgliederung der Frauen-Bundesliga ausgehandelt wurde. Das Ganze bedeutet: Ab dem 1. Juli 2027 geht die Zuständigkeit für Organisation und Vermarktung der höchsten deutschen Frauen-Spielklasse erstmals komplett von DFB auf die FBL über – vorausgesetzt, nach einer Übergangssaison läuft alles wie geplant. Dem soll – etwas bürokratisch, aber notwendig – ein außerordentlicher Bundestag den Weg ebnen, denn ohne die Zustimmung der Gremien rührt sich im Verband traditionell wenig.

Diese Einigung ist Ergebnis monatelanger, manchmal durchaus zäher Gespräche. Worum es letztlich ging? Primär um Gestaltungsmacht und Geld, aber auch um die Bedingungen einer „Verpachtung“: Die FBL wird die Liga für sieben Jahre betreiben, zahlt dafür unter anderem einen Pachtbetrag an den DFB und sieht – ab Jahr vier – zusätzliche Einnahmen durch Ticketabgaben vor, die auch den Landesverbänden zugutekommen. Zudem gibt’s Support vom DFB in puncto Schiedsrichterwesen und Nachwuchsförderung. Auffällig: Der Frauenfußball soll nicht mehr als „DFB-Anhängsel“ erscheinen, sondern eigene Wege gehen und eigenständige Strukturen etablieren. Zweifel bleiben, ob das wirklich den erhofften Schub für die Professionalisierung bringt, aber immerhin spricht man nun mit einer Stimme.

DFB-Chef Neuendorf betont, die Lösung stelle das Zukunftspotenzial des Frauenfußballs in den Mittelpunkt. Auch Generalsekretär Blask sieht mehr Klarheit in der Verantwortlichkeit, insbesondere bei der medialen Vermarktung – endlich, sagt er, könne man langfristig planen.

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die Frauen-Bundesliga, bislang oft im Schatten des Männerfußballs, nun mit neuen Strukturen auffällig für Bewegung sorgt. Nach langer Hängepartie bekommen die 14 Vereine endlich mehr Selbstverwaltung; sie übernehmen ab 2027 in sämtlichen Alltagsfragen das Steuer. Hinter den Kulissen wurde aber auch hart um Pachtzahlungen, Einnahmenverteilung und die Rolle des DFB gerungen – man wolle künftig enger für Talente und Schiris zusammenarbeiten, betont der Verband.

Ein großer Aspekt bleibt die mediale Vermarktung: Mit den Reformen soll dem Frauenfußball mehr Sichtbarkeit verschafft und die Professionalisierung vorangebracht werden. Laut Berichten ist zudem vorgesehen, dass nicht nur der Profibereich profitiert, sondern auch die Landesverbände – etwa durch finanzielle Zuschüsse aus den Ticketabgaben. Erste Reaktionen aus Vereinskreisen sind überwiegend positiv, wenngleich auch Skepsis bleibt: Ein Durchbruch sei es nur, wenn echte Mitbestimmung und stabile Finanzen durchgezogen werden.

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