Diese Einigung ist Ergebnis monatelanger, manchmal durchaus zäher Gespräche. Worum es letztlich ging? Primär um Gestaltungsmacht und Geld, aber auch um die Bedingungen einer „Verpachtung“: Die FBL wird die Liga für sieben Jahre betreiben, zahlt dafür unter anderem einen Pachtbetrag an den DFB und sieht – ab Jahr vier – zusätzliche Einnahmen durch Ticketabgaben vor, die auch den Landesverbänden zugutekommen. Zudem gibt’s Support vom DFB in puncto Schiedsrichterwesen und Nachwuchsförderung. Auffällig: Der Frauenfußball soll nicht mehr als „DFB-Anhängsel“ erscheinen, sondern eigene Wege gehen und eigenständige Strukturen etablieren. Zweifel bleiben, ob das wirklich den erhofften Schub für die Professionalisierung bringt, aber immerhin spricht man nun mit einer Stimme.
DFB-Chef Neuendorf betont, die Lösung stelle das Zukunftspotenzial des Frauenfußballs in den Mittelpunkt. Auch Generalsekretär Blask sieht mehr Klarheit in der Verantwortlichkeit, insbesondere bei der medialen Vermarktung – endlich, sagt er, könne man langfristig planen.
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die Frauen-Bundesliga, bislang oft im Schatten des Männerfußballs, nun mit neuen Strukturen auffällig für Bewegung sorgt. Nach langer Hängepartie bekommen die 14 Vereine endlich mehr Selbstverwaltung; sie übernehmen ab 2027 in sämtlichen Alltagsfragen das Steuer. Hinter den Kulissen wurde aber auch hart um Pachtzahlungen, Einnahmenverteilung und die Rolle des DFB gerungen – man wolle künftig enger für Talente und Schiris zusammenarbeiten, betont der Verband.
Ein großer Aspekt bleibt die mediale Vermarktung: Mit den Reformen soll dem Frauenfußball mehr Sichtbarkeit verschafft und die Professionalisierung vorangebracht werden. Laut Berichten ist zudem vorgesehen, dass nicht nur der Profibereich profitiert, sondern auch die Landesverbände – etwa durch finanzielle Zuschüsse aus den Ticketabgaben. Erste Reaktionen aus Vereinskreisen sind überwiegend positiv, wenngleich auch Skepsis bleibt: Ein Durchbruch sei es nur, wenn echte Mitbestimmung und stabile Finanzen durchgezogen werden.