Unionsfraktion nach Spahn-Rücktritt: Hoffmann sieht gelassenem Nachfolgeprozess entgegen

Nach dem Rückzug von Jens Spahn bleibt die Union entspannt, was die Suche nach einer neuen Fraktionsführung betrifft. Alexander Hoffmann, derzeit kommissarisch an der Spitze, unterstreicht: Hast ist jetzt fehl am Platz.

vor 54 Minuten | 2 mal gelesen

Der plötzliche Rücktritt von Jens Spahn als Vorsitzender der Unionsfraktion lässt das politische Berlin durchaus aufhorchen – und doch versichert Alexander Hoffmann, CSU-Mann und Vize der Fraktion, beinahe stoisch: 'Wir stehen nicht unter Zugzwang.' Das sagte er am Samstag im ZDF und bemühte sich dabei, keinerlei Hektik aufkommen zu lassen. Während Parteichefs von CDU und CSU sich erst mal abstimmen wollen, führt Hoffmann nun übergangsweise die Geschäfte. Ob die geplanten Reformen oder das Sommerloch irgendwie stören – Hoffmann winkt ab. Mit dem umfangreichen Reformpaket, einschließlich der Vereinbarungen aus dem Koalitionsausschuss (immerhin 34 Vorhaben!), sieht er die Union stabil aufgestellt. Auch die angekündigten Projekte, etwa die Reform der Kranken- und Pflegeversicherung, verlieren laut Hoffmann durch den Wechsel an der Spitze nichts an Priorität. Ein Nebenaspekt am Rande: Man könnte fast denken, die Union ist stolz auf ihre Entscheidungsfähigkeit – oder vielleicht dient die Gelassenheit nach außen auch als Signal an die eigene Basis.

Nach Jens Spahns Rücktritt bleibt die Unionsfraktion unter kommissarischer Führung von Alexander Hoffmann ruhig. Laut Hoffmann besteht keine Notwendigkeit, sofort einen neuen Vorsitzenden zu benennen; die Parteiführungen von CDU und CSU wollen das Verfahren abgestimmt und mit Bedacht angehen. Trotz des Wechsels an der Spitze sieht sich die Union in der Lage, ihre politischen Vorhaben, insbesondere diverse Reformpakete, ohne Zeitverlust weiterzuverfolgen. In den letzten 48 Stunden ist die Debatte um die künftige Ausrichtung der Unionsfraktion besonders intensiv geführt worden. Die Süddeutsche Zeitung hebt hervor, dass neben der Personalsuche auch grundlegende Fragen zur Identität der Union im Raum stehen (www.sueddeutsche.de). Aus Sicht von 'Die Zeit' gibt es Anzeichen dafür, dass sich Flügelkämpfe hinter den Kulissen verschärfen könnten (www.zeit.de). Währenddessen fragt die FAZ, ob der Führungswechsel eine Chance für grundlegende inhaltliche Neuausrichtungen bieten könnte und verweist auf mögliche Kandidaten für den Chefposten (www.faz.net).

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