Die Tatsache, dass er mit seinem Partner durch eine Leihmutterschaft aus dem Ausland Vater geworden ist, brachte Spahn zuletzt stärker in die öffentliche, oft schrille Kritik. Ironischerweise hatte er selbst in der Vergangenheit Vermittlungen zur Leihmutterschaft in Deutschland konsequent abgelehnt, was die Brisanz anheizte.
Jens Spahn ist als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurückgetreten, nachdem seine persönliche Entscheidung, Vater mittels Leihmutterschaft im Ausland zu werden, eine hitzige Debatte ausgelöst hatte. Besonders kritisch wurde gesehen, dass Spahn als Politiker stets ein Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland gefordert hatte, während er privat davon Gebrauch machte. Die Mischung aus persönlichem und politischem Konflikt sowie der rauer werdende Ton in der Öffentlichkeit bewegten ihn zum Rückzug.
Nach aktuellem Stand der Berichterstattung diskutieren auch andere Unionsvertreter über die Konsequenzen und mögliche Nachfolger; unter anderem werden Namen wie Thorsten Frei und Alexander Dobrindt genannt. Nicht wenige Stimmen in den Kommentaren sprechen inzwischen von einer Zeitenwende für die CDU hinsichtlich „Familiendebatten“ und dem Umgang mit persönlichen Lebensentscheidungen. Währenddessen wird bundesweit die rechtliche und gesellschaftliche Bewertung von Leihmutterschaft neu verhandelt.