Jens Spahn legt Vorsitz der Unionsfraktion nieder

Jens Spahn hat sein Amt als Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit sofortiger Wirkung abgegeben.

In einem auf Samstag datierten Brief an die Fraktion schrieb Spahn: "Ich habe Friedrich Merz und Markus Söder heute informiert, dass ich hiermit meinen Rückzug als Fraktionsvorsitzender bekanntgebe."

Auslöser ist laut Spahn die schwierige Balance zwischen seiner privaten Entscheidung für die Familiengründung mittels Leihmutterschaft und seiner Rolle als Fraktionsvorsitzender – eine Spannung, die größer wurde als zunächst gedacht.

Der 'rücksichtslose' Tonfall in der öffentlichen Diskussion habe ihn zunehmend bewegt, so Spahn.

heute 14:01 Uhr | 2 mal gelesen

Mit eindringlichen Worten appellierte Spahn an seine Kolleginnen und Kollegen: "Menschlichkeit in der Debatte sollte uns stets leiten, auch wenn wir inhaltlich klar Position beziehen." Er betonte, gerade bei kniffligen gesellschaftlichen Fragen sei ein wertschätzendes Miteinander das Markenzeichen moderner Christdemokraten. Das letzte Wort dieser Auseinandersetzung war aber wohl für ihn privat gefallen – "Für mich steht meine Familie an erster Stelle."

Die Tatsache, dass er mit seinem Partner durch eine Leihmutterschaft aus dem Ausland Vater geworden ist, brachte Spahn zuletzt stärker in die öffentliche, oft schrille Kritik. Ironischerweise hatte er selbst in der Vergangenheit Vermittlungen zur Leihmutterschaft in Deutschland konsequent abgelehnt, was die Brisanz anheizte.

Jens Spahn ist als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurückgetreten, nachdem seine persönliche Entscheidung, Vater mittels Leihmutterschaft im Ausland zu werden, eine hitzige Debatte ausgelöst hatte. Besonders kritisch wurde gesehen, dass Spahn als Politiker stets ein Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland gefordert hatte, während er privat davon Gebrauch machte. Die Mischung aus persönlichem und politischem Konflikt sowie der rauer werdende Ton in der Öffentlichkeit bewegten ihn zum Rückzug.

Nach aktuellem Stand der Berichterstattung diskutieren auch andere Unionsvertreter über die Konsequenzen und mögliche Nachfolger; unter anderem werden Namen wie Thorsten Frei und Alexander Dobrindt genannt. Nicht wenige Stimmen in den Kommentaren sprechen inzwischen von einer Zeitenwende für die CDU hinsichtlich „Familiendebatten“ und dem Umgang mit persönlichen Lebensentscheidungen. Währenddessen wird bundesweit die rechtliche und gesellschaftliche Bewertung von Leihmutterschaft neu verhandelt.

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