UAW-Präsident Fain setzt auf Gewerkschaftsoffensive im Süden der USA

Die US-Autoarbeitergewerkschaft UAW legt im bislang gewerkschaftsfernen Süden der Vereinigten Staaten an Tempo zu – besonders bei ausländischen Autobauern.

vor 59 Minuten | 1 mal gelesen

Shawn Fain, der Chef der UAW, ließ im Gespräch mit dem 'Handelsblatt' keinen Zweifel daran: 'Wir haben den Süden fest im Blick.' Wie es genau weitergeht, darüber hält sich Fain aber bedeckt – als wollte er nicht zu früh die Karten auf den Tisch legen. Insbesondere nachgefragt zu Scout Motors, also der amerikanischen VW-Tochter in South Carolina, bleibt sein Fazit: Im Grunde sei es überall der gleiche, manchmal zähe Kampf. Trotz Rückschlägen, wie jener bei Mercedes in Alabama, gibt sich Fain hartnäckig. Für ihn sei nicht die Frage, ob die UAW dort Fuß fassen wird, sondern lediglich wann. Den Rücken stärken der Gewerkschaft die finanziellen Weichenstellungen: Auf der jüngsten Versammlung wurde beschlossen, den sogenannten Strike- und Defense-Fund weiter aufzustocken – ein kämpferisches Zeichen. Nach dem beachtlichen Erfolg im VW-Werk Chattanooga, wo erstmals im Südstaatenraum Beschäftigte eines ausländischen Herstellers gewerkschaftlich organisiert wurden, will Fain die Chance nutzen und die UAW ausweiten. Sicher ist: Die Route, auf der Gewerkschaftsstrukturen im US-Süden wachsen, ist zwar steinig, aber der Plan ist da.

Shawn Fain treibt die Organisierung der Belegschaften bei internationalen Autoherstellern im traditionsgemäß gewerkschaftsskeptischen Süden der USA entschlossen voran, trotz einiger Rückschläge wie bei Mercedes in Alabama. Nach dem historischen Organisationsdurchbruch bei Volkswagen in Tennessee plant die UAW weitere Kampagnen, gestützt auf einen aufgestockten Streikfonds, der die Durchsetzungskraft stärken soll. In aktuellen Berichten amerikanischer und deutscher Medien wird außerdem hervorgehoben, dass sich die Arbeitsbedingungen in den Werken teils drastisch unterscheiden und der Druck auf Nicht-Gewerkschaftsmitglieder zunimmt – der Arbeitskampf bei Tesla in Schweden, die intensive Berichterstattung zu sozialen Fragen in Südstaatenbetrieben und die wachsende politische Unterstützung für Gewerkschaften in den USA prägen den aktuellen Diskurs. Laut taz steigen die Aktivitäten der Gewerkschaften in den USA derzeit insgesamt, in Atlanta beispielsweise finden zahlreiche Streiks und Organisierungen statt (https://taz.de). DW.com berichtet in einem neuen Artikel, dass immer mehr Konzerne stärker auf die Zusammensetzung ihrer amerikanischen Belegschaften achten und politische Proteste gegen schlechte Arbeitsbedingungen Konzerne wie Tesla oder Hyundai unter Druck setzen (https://www.dw.com). Laut Zeit.de melden Beschäftigte in Südfabriken einen deutlichen Zuwachs an regionaler Solidarität überall, wo Gewerkschaften aktiv werden (https://www.zeit.de).

Schlagwort aus diesem Artikel