Die US-Notenbank hat am Mittwoch angekündigt, dass der Leitzins weiterhin zwischen 3,5 und 3,75 Prozent verharren wird. Interessant war dabei, dass man sich diesmal – nach mehreren streitbaren Runden zuvor – einstimmig und mit äußerst knapper Kommunikation auf diesen Schritt einigte. Laut der Federal Reserve wächst die US-Wirtschaft trotz weltpolitischer Wirren – etwa aufgrund des Nahost-Konflikts – in einem robusten Tempo. Man hebt besonders die anziehende Produktivität und rege Investitionen hervor. Die Beschäftigungslage bleibt stabil, die Arbeitslosenquote stagniert. Was allerdings nach wie vor problematisch ist: Die Inflation entfernt sich weiterhin vom gewünschten Zwei-Prozent-Ziel – insbesondere, weil Angebotsschocks etwa im Energiesektor die Preise nach oben drücken. Trotzdem betont der Offenmarktausschuss erneut, für Preisstabilität sorgen zu wollen. Persönlich denke ich mir: Viel Spiel nach unten bleibt da nicht, und die Augen der Welt bleiben wie gebannt auf den nächsten Schritt gerichtet.
Obwohl es an der Spitze der Fed einen Wechsel gegeben hat, setzt die Notenbank ihre geldpolitische Linie unbeirrt fort und lässt den Leitzins unverändert im Bereich 3,5 bis 3,75 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte die Fed die Zinsen mehrfach angehoben, um die ausufernde Inflation, die zeitweise über neun Prozent kletterte, einzudämmen – diese liegt aber weiterhin über dem Zielwert von zwei Prozent. Der neue Vorsitzende, Kevin Warsh, setzt offenbar auf Kontinuität, was von Börsianern weltweit aufmerksam beobachtet wird, da Zinssenkungen für viele Marktteilnehmer auf absehbare Zeit unwahrscheinlich erscheinen. Hinzu kommt, dass die US-Wirtschaft trotz globaler Unsicherheiten eine überraschende Resilienz zeigt: Der Arbeitsmarkt bleibt stabil und das Wirtschaftswachstum hält an. Hintergrund ist auch die Sorge, dass vorzeitige Zinssenkungen die Inflation erneut anheizen könnten, weshalb die Fed mit ihrem vorsichtigen Kurs vorerst auf die Bremse tritt.