Der Dow Jones bewegte sich den Tag über wild auf und ab – erst schoss er hoch, dann rutschte er ins Minus, nur um sich schließlich leicht zu erholen und bei 53.840 Punkten zu landen, ein bescheidenes Tagesplus von 0,13 Prozent. Der breitere S&P 500 knackte sogar ein neues Rekordhoch und konnte den Handel mit einem Plus von 0,7 Prozent und 7.799 Punkten abschließen. Besonders gut lief’s an der Nasdaq: Die größten Technologiewerte legten deutlich zu und schlossen um 1,2 Prozent höher bei 30.085 Punkten. Hintergrund dieser Entwicklung war die abnehmende Inflationsangst – immer mehr Investoren gehen offenbar davon aus, dass die Fed im kommenden Monat die Zinsen nicht weiter anhebt. Parallel fielen auch die Anleiherenditen.
Ein weiteres Gesprächsthema war der aktuelle Produzentenpreisindex – hatte man einen Anstieg von 0,2 Prozent erwartet, blieb der Wert im Juli letztlich unverändert stehen (nach einem leichten Rückgang im Juni).
Individuell sorgte Tapestry, bekannt für Luxusmarken wie Coach und Kate Spade, für Ernüchterung: Die Aktie stürzte um satte 16,5 Prozent ab, als das Unternehmen schwächere Umsatzerwartungen für das kommende Jahr vorstellte. Dagegen profitierte Workday (+18%) von Berichten über Übernahmeverhandlungen mit Silver Lake, einer Private-Equity-Firma. Nicht ganz so rosig sah’s beim Öl aus: Die Nordsee-Sorte Brent sackte um 2,3 Prozent ab und kostete am Donnerstagabend noch 86,96 Dollar je Barrel. Gold schwächelte ebenfalls mit einem Kursrückgang von 1,4 Prozent auf 4.351 Dollar je Feinunze (rund 121,34 Euro pro Gramm). Der Euro zeigte am Abend leichte Stärke: Für einen Euro wurden 1,1527 Dollar gezahlt.
An den US-Börsen lockerte sich die Stimmung am Donnerstag spürbar, weil sinkende Inflationszahlen die Aussicht auf eine bevorstehende Zinsanhebung der Federal Reserve trübten. Insbesondere Tech-Werte gaben kräftig Gas und zogen den Gesamtmarkt zeitweise auf neue Hochs – während Einzelfirmen mit ihren Geschäftszahlen sowohl für Begeisterung wie für Enttäuschung sorgten. Auch parallel dazu: Sinkende Rohstoffpreise bei Öl und Gold signalisierten eine vorsichtigere Einschätzung der weltweiten Konjunktur; der Euro zeigte indes im Währungspaar mit dem US-Dollar ein wenig Stärke.
Ergänzende Details aus aktuellen Recherchen: Die US-Großhandelspreise blieben laut "Handelsblatt" im Juli überraschend stabil, was die Erwartungen an eine Zinspause weiter verstärkte. Zeitgleich wurde auch darauf hingewiesen, dass die Konsumlaune in den USA weiter robust bleibt, wodurch die Wirtschaft bislang Schwächephasen überraschend gut abfedern konnte. Laut "FAZ" gibt es Fragen, ob sich dieser Schwung auch in europäischen Märkten widerspiegeln wird, nachdem die EZB ebenfalls vorsichtiger agieren will.