Die neuen Forsa-Zahlen im Auftrag von RTL und ntv werfen ein beunruhigendes Licht auf die politische Landschaft. CDU und CSU müssen einen weiteren Dämpfer hinnehmen: Mit 19 Prozent erreichen die Unionsparteien einen bislang nicht gekannten Tiefpunkt.
AfD weiterhin stärkste Partei – trotz leichter Verluste
Auch die AfD bremst der Negativtrend kaum: Ein Minus von einem Prozentpunkt ändert nichts daran, dass sie mit 26 Prozent stabil die erste Position hält. Interessanterweise legen dafür die Sozialdemokraten zu – mit nun 14 Prozent nähern sie sich schrittweise den Grünen an, die nach einem Punktverlust bei 16 Prozent stehen.
Falls Sie auf ein Wunder bei den kleinen Parteien hoffen: FDP, Linke und BSW stagnieren bei glatten 4, 12 und 3 Prozent. Erwähnenswert ist, dass ein knappes Viertel der Befragten als unentschieden gilt – also entweder nicht wählen oder sich nicht festlegen würde. Das ist mehr als noch 2021, wo die Zahl niedriger lag.
Kompetenz und Vertrauen – ernüchternd für die Union
Auf die Frage, wer die Probleme in Deutschland am ehesten lösen kann, wird die Union erneut abgestraft: Nur noch neun Prozent geben CDU/CSU diesen Vertrauensvorschuss. Die AfD schiebt sich darüber – mit 12 Prozent, trotz Abwärtstrend – während die SPD nun bei acht Prozent steht. Über die Hälfte der Befragten, spektakuläre 55 Prozent, glauben jedoch an keine Partei.
Die Grünen hängen bei sieben Prozent, bei den Linken bleibt es bei sechs. Die Kompetenzzuschreibungen verteilen sich somit nach wie vor auf niedrigem Niveau.
Friedrich Merz: Sympathiewerte bleiben im Keller
Was die Zufriedenheit mit Kanzler Friedrich Merz angeht: Stillstand. Lediglich elf Prozent zeigen sich angetan, eine überwältigende Mehrheit von 87 Prozent äußert Unmut – auch innerhalb des eigenen Lagers. Erstaunlich: Selbst von den Unionsanhängern gibt es kaum Rückenwind.
Die Daten wurden auf Grundlage von 2.501 Interviews erhoben, Zeitraum: 22. bis 28. September 2026. So weit zur Statistik, aber was steckt eigentlich dahinter?
Unentschlossene als potenzielle Spielverderber
Die hohe Anzahl der Unentschlossenen scheint ein Weckruf für alle Parteien zu sein: Mehr als jeder Vierte kann sich nicht recht entscheiden oder will derzeit gar keine Stimme abgeben. Die Parteien verschieben ihre Prozentpunkte, aber die Bindungskräfte bleiben schwach.
Die Folge: Die Partei mit dem höchsten Anteil (Aktuell: die AfD) profitiert weniger von fester Überzeugung als von der relativen Unsicherheit der übrigen. Politische Stimmungslagen, so zeigen diese Zahlen, sind eben keine Wahlurnen, sondern Momentaufnahmen – flatterhaft und bisweilen brüchig.
Verlässlichkeit gibt es kaum noch
Diese Vertrauenskrise trifft gerade die Union mit großer Wucht. Nur noch neun Prozent trauen ihr am ehesten Problemlösungskompetenz zu – ein Wert, der nachdenklich macht. Dass Friedrich Merz sogar in den eigenen Reihen wenig Zuspruch findet, ist bemerkenswert und könnte langfristig interne Konsequenzen nach sich ziehen.
SPD und Grüne holen auf, bleiben aber weit hinter der AfD, deren Abstand sich weiter vergrößert. Ob diese Dynamik von Dauer ist, hängt stark davon ab, ob eine der Parteien es schafft, die vielen noch Unentschlossenen zu mobilisieren.
Die aktuelle Forsa-Umfrage offenbart eine tiefgreifende Verschiebung des politischen Gleichgewichts in Deutschland: Die Union sinkt auf einen historischen Tiefstand von 19 Prozent, während die AfD ihre starke Position mit 26 Prozent behauptet. Der Anteil der Unentschlossenen ist gewachsen und markiert eine verbreitete Unsicherheit sowie Entfremdung gegenüber dem Parteiensystem. Besonders die Kompetenzwerte der Union und die niedrige Zufriedenheit mit Friedrich Merz deuten auf eine Vertrauenskrise hin – hinzu kommt, dass viele Befragte keiner Partei mehr zutrauen, die Probleme des Landes zu lösen.
Jüngste Berichte aus den großen deutschen Medien weisen darauf hin, dass dieses Umfrageergebnis einen Trend verstärkt, den sich Parteienlandschaft zunehmend wandelt: Laut FAZ diskutieren Experten die Folgen dieses Vertrauensverlusts, während Spiegel die historischen Tiefstwerte für die CDU/CSU thematisiert und dabei den Aufstieg der AfD kritisch analysiert. Die Süddeutsche Zeitung hebt besonders die Rolle der wachsenden Zahl an Unentschlossenen hervor und stellt diese vor den Hintergrund einer generellen Politikverdrossenheit in Deutschland.