Ernte 2026: Landwirte kämpfen mit Wetterkapriolen und schwacher Bilanz

Wegen anhaltender Wetterextreme verzeichnet der Deutsche Bauernverband für 2026 bei Getreide ein enttäuschendes Ergebnis: Mit rund 41,9 Millionen Tonnen fällt die Ernte unter den Erwartungen aus.

heute 10:37 Uhr | 2 mal gelesen

Die Erntebilanz des DBV, präsentiert in Berlin, zeichnet ein ernüchterndes Bild: Die Getreideernte in Deutschland sank 2026 um sieben Prozent zum Vorjahr – ein Gesamtvolumen von 41,9 Millionen Tonnen. Zu trocken im Frühjahr, gefolgt von einer Hitzewelle im Juni, raubten den Pflanzen die Kraft in der entscheidenden Phase. Besonders der Winterweizen, der das Rückgrat der deutschen Landwirtschaft bildet, musste kräftig Federn lassen: 20,9 Millionen Tonnen – ein Minus von sieben Prozent. Schauen wir genauer hin, steckt der Teufel auch im Detail: die Erträge pro Hektar stürzten gar um neun Prozent ab. Ganz arg traf es den Winterraps: Ein Fünftel Ertragsverlust, lediglich 3,3 Millionen Tonnen. Kaum verwunderlich – Hitze, Trockenheit, Schädlinge und fehlende Mittel gegen spezielle Insekten haben den Landwirten das Leben schwer gemacht. Rukwied, der Bauernpräsident, formuliert schnörkellos: "Dieses Jahr war der Standort wichtiger denn je – manche Flächen litten extrem, andere profitierten vom letzten Rest Feuchtigkeit." Wintergerste hält sich eher tapfer dank rechtzeitigem Drusch vor der größten Gluthitze. Kartoffeln und Zuckerrüben? Auch da feiert niemand – die Erträge schwanken, oft unter dem Mittel. Eine zusätzliche Last: Die Schilf-Glasflügelzikade breitet sich bundesweit aus. Und als wäre die Natur nicht schon genug Herausforderung, drückt auch noch die Wirtschaftlichkeit: Geringere Erlöse treffen auf hohe Kosten. Manche Betriebe greifen bereits zu Sonderkrediten. Deshalb fordert Rukwied die Regierung zum Handeln auf: Ein "Sofortprogramm" mit aufgefüllten Düngemittel-Töpfen, schnellen Hilfen und vorgezogenen Auszahlungen. Besonders Diesel-Steuern sollen laut der Landwirte gedrosselt werden, damit überhaupt noch ausgesät, gedüngt und geerntet werden kann. Die Lage bleibt angespannt und zeigt: Bauern stehen zurzeit nicht nur auf dem Feld, sondern auch finanziell mit dem Rücken zur Wand.

Die diesjährige Getreideernte in Deutschland gerät für viele Landwirte zum wirtschaftlichen Drahtseilakt. Unberechenbares Wetter, Schädlinge wie die Schilf-Glasflügelzikade und hohe Produktionskosten drücken massiv auf die Erträge und gefährden Existenzen. Zugleich beobachten Experten mit Sorge, wie der Klimawandel nicht nur die durchschnittlichen Erträge verringert, sondern die Schwankungen von Jahr zu Jahr verschärft – was Erntesicherungen, Diversifizierung im Anbau und politische Soforthilfen in den Mittelpunkt rückt. Außerdem zeigen neueste Berichte aus anderen europäischen Ländern, dass auch dort etwa zunehmende Dürreperioden, Hitze und Preisverfall die Agrarbranche unter Druck setzen. Die Forderungen nach einer flexibleren Agrarpolitik, Klimaanpassung und digitalen Lösungen gewinnen an Bedeutung, da sonst nicht nur die Ernten, sondern strukturell das ganze System ins Schlingern gerät.

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