Woran denkt man zuerst beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unternehmen? Meist an schlaue Algorithmen irgendwo in der Produktentwicklung oder ähnlich hippen Bereichen – doch auch bei solch alltäglichen Aufgaben wie Arbeitszeugnissen kommt die Technologie an. Laut einer repräsentativen Umfrage des Branchenverbands Bitkom setzen 14 Prozent der Unternehmen in Deutschland KI bereits konkret für Arbeitszeugnisse ein. Bemerkenswert finde ich, dass sich mit 52 Prozent mehr als die Hälfte der befragten Firmen durchaus vorstellen können, das in Zukunft ebenfalls zu machen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich mit 45 Prozent im Vorjahr.
Allerdings bleibt das Personalwesen insgesamt noch zögerlich: Zwar sehen viele Unternehmen Potenzial etwa in der Weiterbildung. Hier setzen bereits 16 Prozent KI dafür ein (deutlich mehr als zwölf Prozent im Vorjahr), während 58 Prozent das zumindest erwägen. Beim Onboarding, also der Einführung neuer Kolleginnen und Kollegen, läuft bei 14 Prozent KI-Technik mit, 36 Prozent könnten es sich vorstellen. Bei anderen Aufgaben – beispielsweise schnellen Antworten auf interne HR-Fragen – sind es 13 Prozent (mit weiteren 53 Prozent, die aufgeschlossen sind). Besonders rasant entwickelt sich das Interesse an KI bei der Bewertung von Arbeitsbelastung: 13 Prozent nutzen das aktiv, doppelt so viele wie im Jahr davor. Die tatsächliche Leistungsbewertung durch KI ist mit zwölf Prozent ähnlich niedrig, aber auch hier gibt es eine beachtliche Neugier (27 Prozent offen für den Einsatz).
Insgesamt wurden für die Studie im Frühjahr 2026 telefonisch 602 Unternehmen mit mindestens drei Beschäftigten befragt. Es bleibt abzuwarten, wie weit die KI-Euphorie im deutschen Personalwesen noch trägt – und, ganz ehrlich, ob irgendwann der Mensch am Ende noch das letzte Wort hat.
Knapp ein Siebtel der deutschen Unternehmen setzt bereits KI ein, um Arbeitszeugnisse zu verfassen, während die Offenheit für KI im Personalwesen generell wächst. Besonders interessant: Der Einsatz bei individueller Weiterbildung und der Bewertung der Arbeitsbelastung nimmt rapide zu, was auf einen Bewusstseinswandel in den Betrieben hindeutet. Gleichzeitig bestehen weiterhin Vorbehalte, besonders bei sensiblen HR-Fragen wie Leistungsbewertung – Themen wie Datenschutz, Fairness und Nachvollziehbarkeit spielen dabei laut aktuellen Debatten auf t3n.de und ZEIT online eine zunehmende Rolle. Expertinnen warnen davor, dass KI-gestützte HR-Prozesse sowohl Effizienzgewinne bringen können, als auch neue ethische und rechtliche Herausforderungen. Viele Unternehmen experimentieren derzeit mit Prototypen, während gleichzeitig neue Regulierungen wie der EU AI Act in der Diskussion sind.