US-Arbeitslosenquote im September gestiegen – Kaum neue Jobs geschaffen

Im September vergrößerte sich die Zahl der Arbeitslosen auf 7,1 Millionen, im Zuge dessen wuchs die Arbeitslosenquote auf 4,2 Prozent an. Mit lediglich 29.000 neuen Stellen zeigt sich der Jobmarkt unerwartet träge. Diese Entwicklung könnte die Zinspolitik der US-Notenbank Fed unmittelbar beeinflussen.

heute 14:40 Uhr | 2 mal gelesen

Im September ist die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten auf 4,2 Prozent geklettert. Noch im Vormonat lag der Wert laut Angaben des US-Arbeitsministeriums bei 4,1 Prozent – eine kleine, aber spürbare Veränderung.

Verhaltener Jobzuwachs

Erstaunlich niedrig fiel die Zahl neuer Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft aus: Nur 29.000 zusätzliche Jobs sind dazugekommen. Parallel dazu stieg die Zahl der offiziell Arbeitslosen auf 7,1 Millionen – rund 100.000 mehr als im August. Die Zahl der Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit, also mit mindestens 27 Wochen ohne Job, verharrte bei etwa 1,9 Millionen. Das ist wenig tröstlich für jene, die schon länger auf eine bessere Perspektive warten.

Rahmenbedingungen für die Geldpolitik

Solche Arbeitsmarktdaten liest nicht nur die politische Elite wie das sprichwörtliche Orakel – auch internationale Investoren horchen auf. Denn die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen liefert Hinweise darauf, wie es um die US-Wirtschaft und damit um die künftige Zinspolitik der Federal Reserve bestellt ist. In einfachen Worten: Ein schwächerer Arbeitsmarkt könnte dazu führen, dass die Zentralbank ihren Fuß von der Zinserhöhungsbremse nimmt.

Allerdings steckt der Teufel im Detail: Eine schwächelnde Wirtschaft kann zwar die Hoffnung auf günstigere Kredite für Unternehmen und Privatleute schüren, zugleich aber Unsicherheit und Zurückhaltung entfachen – Firmen investieren dann weniger, Konsumenten halten ihr Geld zusammen.

Mehr Unsicherheit als Trend?

Die September-Daten liefern noch kein klares Bild, wohin der Arbeitsmarkt steuert. Die anhaltend hohe Zahl an Langzeitarbeitslosen ist ein Signal, ebenso das schwache Jobwachstum. Aber: Die Arbeitslosenzahl bleibt noch auf einem Niveau, das keine Panik auslöst. Die nächsten Monate werden zeigen, ob der Arbeitsmarkt nur kurz ins Stolpern geraten ist oder ein längerer Gegenwind zu erwarten ist.

Monatsberichte als Schlüsselfaktor

Bleiben derartige Zahlen die Ausnahme oder kündigen sie einen Abwärtstrend an? Für die US-Notenbank sind solche Daten der Lackmustest für Zinsentscheidungen. Anleger sitzen derweil zwischen den Stühlen: Sie hoffen auf Zinssenkungen, fürchten aber die wirtschaftliche Abkühlung. All das bleibt zunächst ein Balanceakt auf dem Drahtseil.

Die US-Arbeitslosigkeit ist im September leicht gestiegen; die Schaffung neuer Jobs ist nahezu ins Stocken geraten. Während Investoren und Notenbanker die Entwicklungen mit Argusaugen beobachten, bleibt unklar, ob es sich um eine kurze Delle oder den Beginn einer Schwächephase am Arbeitsmarkt handelt. Entscheidend werden die nächsten Beschäftigungsberichte sein – nicht zuletzt wegen ihres Einflusses auf die künftigen Zinssätze.

Aktuelle Recherchen und Ergänzungen

Kürzlich veröffentlichte Artikel deuten darauf hin, dass auch in anderen wirtschaftlichen Bereichen Unsicherheit herrscht: Nach Informationen von FAZ bleiben die Inflationsdaten in den USA weiterhin ein zentraler Risikofaktor und sorgen für eine angespannte Stimmung an den Börsen. Zeitgleich erkennt die Süddeutsche Zeitung in der wenig dynamischen US-Konjunktur eine Verschnaufpause nach den kräftigen Aufholbewegungen seit der Pandemie. Laut einem Beitrag auf DW führt die unklare Entwicklung des Jobmarktes dazu, dass viele Marktteilnehmer vermehrt auf weitere Daten aus dem Dienstleistungssektor und der Industrie blicken, um eine Tendenz für die US-Wirtschaft insgesamt auszumachen. All dies unterstreicht die derzeit komplexe Lage, in der Zinspolitik, Inflation und Beschäftigung eng miteinander verflochten sind und Prognosen auf wackligen Füßen stehen.

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