Dürre treibt Milchkühe früher zum Schlachthof

Die aktuelle Trockenperiode bringt viele Milchbauern in Deutschland in Bedrängnis – mit deutlichen Folgen für ihre Herden.

heute 10:59 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal ist es wie verhext: Während draußen alles förmlich verdorrt, stehen Deutschlands Milchbauern vor unangenehmen Entscheidungen. Das berichtet auch der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), der in der "Rheinischen Post" von steigenden Schlachtzahlen bei Milchkühen spricht. Laut Hans Foldenauer, dem Sprecher des BDM, werden Tiere, die ohnehin schon auf der 'Abschussliste' für den Schlachthof stehen – etwa wegen Alter oder weil sie einfach nicht mehr genug Milch geben –, jetzt oft viel früher abgegeben. Kein Wunder, denn das Futter reicht hinten und vorne nicht.

Das Problem: Gekauftes Futter ist teuer wie nie und in manchen Gegenden kaum zu bekommen. Wer als Landwirt nicht noch mehr Schulden machen will, kommt da ziemlich ins Schwimmen. Die vagen Hoffnungen hängen an den jüngsten Regenfällen; vielleicht schaffen es manche Betriebe so, wenigstens die größten Futterlücken bis zum Herbst zu schließen. Doch eine dauerhafte Lösung? Die fehlt. Der Verband betont, dass Landwirte endlich wirtschaftlich besser abgesichert werden müssten. Nicht nur, um den Kopf über Wasser zu halten, sondern um auch gegen Wetterkatastrophen halbwegs gewappnet zu sein.

Die anhaltende Trockenheit in deutschen Regionen verschärft die Situation der Milchviehbetriebe deutlich: Die grassierende Futtermittelknappheit zwingt viele Landwirte dazu, ihre Milchkühe verfrüht schlachten zu lassen. Zusätzlich zu den steigenden Kosten für knappes Futter geraten Bauern finanziell immer stärker unter Druck – nicht zuletzt, da auch politische oder marktbasierte Hilfsmaßnahmen bislang kaum greifen. Neuere Berichte aus der Agrarbranche unterstreichen, dass sich die extremes Wetterphänomene in Mitteleuropa häufen und eine strategische Neuausrichtung der Landwirtschaft nicht nur im Futterbau, sondern auch in Risikovorsorgen und Marktanpassungen dringend notwendig wird.

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