So richtig zur Ruhe kommt der Tourismus in den Golfstaaten aktuell nicht, das gibt sogar Tui-Chef Ebel unumwunden zu. Deutschlands größter Reisekonzern hat vorerst sämtliche Reisen in die Region gestrichen – auch wenn manche Unentwegte unabhängig davon beispielsweise nach Dubai reisen und satte Rabatte in Anspruch nehmen. Man hört von Preisnachlässen bis zu 80 Prozent, was schon fast surreal klingt. Wer mag schon zu solchen Konditionen widerstehen, wenn ihn das Abenteuer lockt? Die Menschen, sagt Ebel, wollten nach der Krise für einen Bruchteil der Kosten zurückkehren, und die Hotels und Airlines würden sich mächtig ins Zeug legen müssen, verlorene Gäste über Angebote zurückzuholen. Apropos Angebote: Vor Ausbruch der jüngsten Kämpfe hatte Tui große Pläne, zum Beispiel eine Kooperation mit Oman, die auch Investitionen und neue Hotels im Süden vorsah. Oman sollte außerdem mit 1,4 Prozent beim Hannoverschen Touristikkonzern einsteigen. Diese Pläne liegen nun, wenig überraschend, auf Eis, sind aber – so klingt Ebel – noch nicht endgültig passé. Nur eben pausiert. Alles in allem: Der Optimismus ist da, Skepsis aber auch.
Tui-CEO Sebastian Ebel bleibt zuversichtlich und glaubt, dass sich der Tourismus in der Golfregion nach einem Ende des Iran-Konflikts erholen wird. Der Konzern hat bestätigte Pläne für Investitionen im Oman vorerst gestoppt, weil die aktuelle Lage das Geschäft zu riskant macht. Branchenexperten zufolge bleibt der Nahe Osten eine wichtige Wachstumsregion für den internationalen Tourismus, was Reiseanbieter wie Tui trotz vorübergehender Rückschläge langfristig an der Region festhalten lässt. Laut aktuellen Branchenberichten von Reiseplattformen ist der Anteil der Buchungen zu Destinationen wie Dubai oder Maskat trotz des Konfliktes nur leicht zurückgegangen, während günstige Angebote zunehmend als Lockmittel dienen. Experten warnen dennoch, dass politische Stabilität essenziell ist, da selbst das größte Schnäppchen wenig bringt, wenn Reisende sich unsicher fühlen.