Röttgen: US-Seeblockade bei Hormus längst nötig – Warnung an China

Norbert Röttgen (CDU) bewertet die von Präsident Trump in Aussicht gestellte Blockade der Straße von Hormus als einen Schritt, der seiner Meinung nach schon früher hätte erfolgen müssen. "Wenn Iran tatsächlich die Meerenge dominiert, ist die weltweite Versorgungslage gefährdet", so Röttgen zur "Rheinischen Post". Den Griff der USA zum eigenen Hebel sieht er als angemessene und beinahe überfällige Konsequenz.

heute 16:59 Uhr | 1 mal gelesen

Ein großer Teil des iranischen Ölexports wandert derzeit direkt nach China. Daraus ergibt sich für Peking eine deutliche Motivation, sich für offene Schiffspassagen einzusetzen – nicht zuletzt, weil die chinesische Wirtschaft massiv von stabilen Öl-Lieferungen abhängt. Allerdings, und das ist mein persönlicher Gedanke dazu, macht das die Lage nicht weniger kompliziert: Einerseits laufen geopolitische Machtspiele, andererseits hängen Alltagsleben und Preise in Europa und Asien buchstäblich am Tropf dieses schmalen Seewegs. Der aufziehende Tonfall zwischen Washington und Teheran – mal polternd, mal zermürbend zäh – wirkt dabei wie ein Déjà-vu, das doch jedes Mal anders endet. Wer hier wen austrickst, ist derzeit unklar, aber die Spannung ist spürbar wie ein drohender Sturm.

Röttgen sieht die US-Androhung einer Blockade der Straße von Hormus als verspätet, aber notwendig, da ein iranisch kontrollierter Seeweg aus seiner Sicht eine Gefahr für die globale Versorgung und insbesondere für US-Strategien darstellt. Das Hauptabnehmerland China gerät durch den drohenden Lieferstopp ebenfalls unter Zugzwang, wobei zu beobachten ist, wie diplomatische und wirtschaftliche Interessen miteinander kollidieren. In neuen Berichten verschiedener Medien wird die Situation unterschiedlich bewertet: Iran hat begonnen, seine militärische Präsenz in der Region zu verstärken; andere Staaten warnen vor einer Eskalation; und gleichzeitig steigen die Ölpreise, was in Europa und Fernost bereits für Unruhe sorgt. Zudem werden diplomatische Verhandlungen zunehmend schwieriger, da das gegenseitige Vertrauen zwischen den beteiligten Akteuren weiter erodiert. Die Straße von Hormus bleibt damit nicht nur ein neuralgischer Knotenpunkt für Öl, sondern auch für eine gefährliche Mischung aus Machtpolitik, globaler Abhängigkeit und politischem Poker.

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