Ischinger fordert von der EU mehr Mut zur Reform, insbesondere was das Ziel betrifft, gemeinsam und entschlossener aufzutreten – angesichts internationaler Krisen und des russischen Vorgehens ist Nachbessern bitter nötig. Die ständigen Bekenntnisse zur Einigkeit seien überholt, so seine Kritik, und sollten durch tatsächliche Schritte wie die Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips ersetzt werden. Atomausstieg in Deutschland? Gut und wichtig, meint er, aber atomare Aufrüstung ist für ihn keine Lösung: Vielmehr könnten solche Debatten Europa ins Zwielicht rücken und gefährliche Verschiebungen unter den Partnern provozieren. Stattdessen müsse Europa gemeinsam agieren, anstatt sich in Einzelinteressen zu verlieren. Die aktuellen Gespräche in München bieten laut Ischinger die perfekte Gelegenheit, endlich vom Reden ins Tun zu kommen. Neue Entwicklungen aus weiteren Quellen zeigen, dass die diesjährige Sicherheitskonferenz von der Sorge über den Ukraine-Krieg und die Uneinigkeit in der EU geprägt ist (siehe taz.de). Viele europäische Politiker mahnen einen gemeinsamen Kurs gegenüber Russland an und warnen vor einer 'Spaltung des Westens' (siehe zeit.de). Auch wird die Dringlichkeit einer schnelleren und pragmatischeren militärischen Zusammenarbeit zwischen den europäischen Staaten diskutiert, um auf künftige Bedrohungen besser vorbereitet zu sein (siehe spiegel.de).