Ökonomin Schnitzer warnt vor politischer Abhängigkeit durch US-Flüssiggas

Monika Schnitzer, Mitglied des Sachverständigenrats für Wirtschaft, sieht wachsende Gefahren durch Deutschlands starke Bindung an US-Gaslieferungen – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch.

heute 12:42 Uhr | 2 mal gelesen

Man stelle sich vor, wie Monika Schnitzer die Stirn runzelt, während sie in ein Mikrofon spricht. Ihre Kritik an der aktuellen Gasstrategie der Bundesregierung klingt weder reißerisch noch panisch, aber zwischen den Zeilen schwingt ein gewisses Unbehagen mit. Mehr als 90 Prozent des deutschen Flüssiggas-Bedarfs kommen inzwischen aus den USA. Sollte, sagen wir mal, ein Präsident Trump zurück ins Weiße Haus kehren, könnte es schnell eisig werden – nicht nur draußen, sondern auch in den diplomatischen Beziehungen. Schnitzer befürchtet: Vielleicht reicht schon ein politisches Tauwetter oder ein eiskalter Machtpoker, um uns das Gas abzustellen. Natürlich, ergänzt sie fast wie mit einem Schulterzucken, gäbe es Alternativen: Katar, Norwegen, andere Weltgegenden – aber ein spontaner Wechsel steigert gewohnheitsgemäß die Preise. Kurios, wie eng Verlässlichkeit und Kosten in der Energiepolitik verknüpft sind. Schnitzer schlägt daher vor, eine strategische Gasreserve anzulegen; notfalls müsste Deutschland wieder aufs sprichwörtliche ‚Sparheizen‘ setzen, wenn der Winter besonders bissig ist. Bislang mahnt sie: Die Politik habe kein akutes Alarmsignal gegeben, aber falls die Kältewelle bis in das Frühjahr ragt, sollte die Bevölkerung vorbereitet sein – und vielleicht die Heizung ein, zwei Grad herunterdrehen. Alles in allem klingt das nach: bloß nicht naiv sein, wenn’s um Wärme und Wohlstand geht.

Monika Schnitzer bringt eine nicht ganz neue, aber durchaus drängende Sorge auf den Tisch: Deutschlands starke Abhängigkeit von US-amerikanischem Flüssiggas birgt politische Risiken, insbesondere falls Donald Trump erneut Präsident wird – seine Bereitschaft, wirtschaftlichen Druck als Verhandlungsmasse einzusetzen, ist bekannt. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine hat Deutschland die Importe von russischem Erdgas massiv reduziert und auf Flüssiggas aus alternativen Ländern umgestellt, wobei kurzfristige Einkäufe am Spotmarkt regelmäßig Preissprünge auslösen können. Schnitzer plädiert nicht nur für eine strategische Gasreserve zur Krisenvorsorge, sondern warnt auch vor einer falschen Sicherheit durch aktuelle Liefermengen; international werden ähnliche Stimmen laut, die mehr Diversifikation bei Energieimporten und nachhaltige Energiestrategien fordern. Zusätzliche Fakten aus aktuellen Recherchen: In mehreren deutschen Medien wird die Debatte um die Versorgungssicherheit weitergeführt – auch angesichts eines möglichen Wahlsiegs von Donald Trump und dessen unberechenbarer Energiepolitik. Die europäischen Gasreserven sind momentan gut gefüllt, doch Experten warnen davor, sich darauf auszuruhen, da geopolitische Unsicherheiten und Wetterextreme (wie der aktuelle Kälteeinbruch) zu schneller Knappheit führen können. Die Bundesregierung sondiert aktuell weitere Lieferverträge, unter anderem mit Katar und Norwegen, und prüft zudem die Förderung von heimischem Wasserstoff als Alternative – trotzdem bleibt die Abhängigkeit von kurzfristigen Weltmarktpreisen eine altbekannte Schwachstelle.

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