Elina Valtonen, Finnlands Außenministerin, hat ungewöhnlich deutliche Worte gefunden: Nach Ansicht der Politikerin liegt es nicht an der Ukraine, sondern ausschließlich an Russland, dass der Krieg nicht endet. „Russland könnte den Konflikt jederzeit stoppen, entscheidet sich aber offen dagegen“, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Ihr Appell an die US-Regierung: Man solle das Gesamtbild betrachten. Die Dialogbereitschaft Kiews stehe im Kontrast zur Sturheit Moskaus. Daher müssten die Vereinigten Staaten endlich entschlossen auf Moskau einwirken, so Valtonen. Auch kritisierte sie Überlegungen in einigen europäischen Staaten zu direkten Gesprächen mit Putin. Sie hält solche Überlegungen, insbesondere Telefonate mit dem russischen Präsidenten, aktuell für ein fatales Signal – angesichts der jüngsten Angriffe Russlands auf Zivilisten. Ob es hoffnungsvolle Bewegung in Richtung Waffenruhe gibt, ließe sich in den kommenden Tagen zeigen. Für jeden Austausch mit Putin, betonte Valtonen zudem, müsse Europa eng abgestimmt vorgehen. Sie habe bislang keine einheitliche Strategie dafür gesehen. Die Ministerin lehnt zudem kategorisch ab, russische Ansprüche auf besetzte Gebiete, wie die Krim, in einem möglichen Abkommen anzuerkennen. "Solange ich Verantwortung trage, wird Finnland das nicht akzeptieren."
In ihrem Gespräch hebt Elina Valtonen hervor, dass die Ukraine zu Kompromissen bereit sei, Russland hingegen nicht. Sie sieht die Vereinigten Staaten in einer zentralen Rolle, Druck auf Moskau auszuüben – eine Ansicht, die nicht überall in Europa geteilt wird, wie sie mit Blick auf Frankreich oder Italien anmerkt. Ihr entschiedenes Nein zu Gesprächen ohne gründliche Abstimmung unter den europäischen Staaten sowie die klare Absage an einen Gebietsverzicht Kiews verdeutlichen Finnlands Haltung. Aus aktuellen Recherchen geht hervor, dass die internationale Gemeinschaft derzeit nach einheitlicheren Zugängen zum Umgang mit Moskau sucht: Nach wie vor sind die Fronten zwischen der Ukraine und Russland verhärtet, und diplomatische Offensiven aus Europa werden kontrovers diskutiert. Verschärfte Angriffe auf ukrainische Städte, etwa Charkiw, haben die Diskussion über westliche Waffenlieferungen und weitere Sanktionen gegen Russland erneut entfacht. Gleichzeitig gibt es auch innerhalb Europas wachsende Debatten darüber, wie mit dem russischen Präsidenten strategisch umzugehen ist, ohne europäische Interessen aufs Spiel zu setzen.