Die US-Regierung hat zum wiederholten Male infolge eines Budgetstreits einen Teilbetrieb eingestellt, was Arbeitsabläufe und Löhne tausender Staatsbediensteter beeinflusst. Der aktuelle Auslöser war ein Streit über neue Vorschriften für die Einwanderungsbehörde ICE, ausgelöst durch einen Vorfall tödlicher Polizeigewalt, der landesweit Proteste verursachte und politische Gräben vertiefte. Präsident Trump und die Demokraten haben sich auf eine Teillösung geeinigt, deren Umsetzung jedoch noch an der Zustimmung des Repräsentantenhauses hängt. Interessant ist, dass dieses Muster der politischen Blockaden unter Republikanern und Demokraten in den letzten zehn Jahren immer wieder aufgetaucht ist – mit unterschiedlichen Auslösern von Obamacare bis zur Grenzmauer. Was viele US-Bürger zermürbt: Die Unsicherheit betrifft nicht nur Beamte direkt, sondern hat oft auch Auswirkungen auf Sicherheitsdienste, Nationalparks, Passstellen, Flughafensicherheit und mehr. Die derzeitige Stimmung ist ambivalent: Während man im politischen Zentrum mit einer baldigen Einigung rechnet, wächst außerhalb Washingtons das Unverständnis über die wiederkehrenden Machtspiele – und die Sorge, dass sich grundlegende Probleme des Landes einmal mehr hinter taktischen Manövern verstecken.