Wer schon mal den Beipackzettel eines Lebensmittels kritisch beäugt hat, weiß: Es verbirgt sich oft mehr darunter, als der bloße Anblick vermuten lässt. Gerade in komplexen Lebensmittelproben stoßen klassische Untersuchungsmethoden schnell an technische und analytische Grenzen. Das Forschungsprojekt in Krems legt sich deshalb nicht auf verstaubte Routinen fest, sondern wagt sich an neuartige, selektive Materialien für die Probenvorbereitung. Herzstück sind sogenannte molekular geprägte Polymere (MIPs) und moderne nanostrukturierte Sorbentien. Sie wirken wie winzige Detektive, die sich gezielt auf hormonell aktive oder toxische Pestizide stürzen und unnötigen Ballast fernhalten – eine Art Filter mit Spürsinn. Kombiniert mit hochsensiblen Analysetechniken wie LC-MS oder GC-MS lassen sich so sogar Spuren problematischer Stoffe sicher herauspicken und identifizieren. Projektleiterin Anna Malyshenko bringt es auf den Punkt: Die Methoden sollen so feinfühlig werden, dass selbst die kleinste hormonelle Verunreinigung unbemerkt bleibt. Das ist wichtig. Denn Risiken verbergen sich manchmal im Unsichtbaren – aber die Folgen können sehr real sein, für Verbraucher wie Patienten. Innovation ist gefragt, deshalb baut das Team auch nanoskalige Materialien ein, die durch ihre enorme Oberfläche besonders effizient selbst kleinste Rückstände aufsaugen können. Praktisch gedacht: Die neuen Methoden sollen später nicht im Laborstaub enden, sondern den Sprung in die Routinediagnostik schaffen. Finanziell gestemmt vom Land Niederösterreich und der Europäischen Union ("Forschung für morgen"), läuft das Projekt von März 2026 bis Dezember 2028. Fragen? IMC Krems nimmt sie gerne entgegen.
Im Mittelpunkt dieses Forschungsprojekts steht die Entwicklung von hochempfindlichen Analytik-Verfahren, mit denen sich Pestizide und hormonaktive Stoffe in Lebensmitteln und Umwelt noch gezielter und sicherer nachweisen lassen. Schwerpunkt liegt auf neu gedachten Sorptionsmaterialien, die nicht nur selektiver, sondern auch anwendungsfreundlicher werden sollen – ein Meilenstein, wenn man bedenkt, wie schnell klassische Methoden an ihre Grenzen kommen. Über die bisherigen Inhalte hinaus lässt sich ergänzen: Aktuelle Nachrichten decken zusätzliche Problemlagen auf, etwa steigende Belastungen durch hormonell aktive Rückstände in importierten Lebensmitteln oder die wachsende Bedeutung innovativer Analytik im Kontext von EU-Richtlinien zu Lebensmittelsicherheit. Schlagzeilen der letzten Stunden berichten beispielsweise über die Gefahr von Altlasten in Böden durch jahrzehntealte Pestizide und die Kritik von Verbraucherzentralen an zu langsamen Reaktionen der Behörden. Immer öfter geraten auch sogenannte "next generation"-Pestizide in die Kritik, da ihre Abbauprodukte bislang kaum erforscht sind und bisherige Tests sie oft übersehen. Darüber hinaus gibt es vermehrt politische Bestrebungen, den Einsatz gefährlicher Substanzen im europäischen Agrarsektor weiter zu begrenzen und die Kontrolle zu verschärfen – was wiederum die technische Innovationskraft in der Analytik noch stärker fordert.