Dr. Katrin Vernau beim WDR Europaforum: ‚Europas Friedensvision bewahren und weitergeben‘
Köln – „Europa, das war für mich immer gleichbedeutend mit der Hoffnung auf Frieden – auch nach all den schweren Prüfungen durch die Weltkriege und den Schrecken des Holocaust“, so leitete WDR-Intendantin Dr. Katrin Vernau am Montag (18.5.) das diesjährige Europaforum ein. Gemeinsam mit Barbara Gessler von der EU-Kommission und Judit Hercegfalvi vom Europäischen Parlament nahm sie auf der re:publica in Berlin das Leitthema auf: Wie tragen wir Europas Kernidee – Frieden, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie – in die kommende Zeit?
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Sabine Scholt, die für das ARD Morgenmagazin aus Berlin berichtet und das WDR Europaforum moderierte, fragte Dr. Vernau direkt, worin aktuell die größte Hürde für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk liegt. Vernau verwies ohne Umschweife auf die Flut an Fehlinformationen im Netz – besonders durch neue Technologien wie Chatbots und Künstliche Intelligenz. Deshalb sei es laut Vernau essenziell, Bürgerinnen und Bürger dabei zu unterstützen, Medienkompetenz zu entwickeln: Sie sollen kritisch unterscheiden lernen, ob Informationen wirklich journalistisch geprüft, glaubwürdig und nachvollziehbar sind – oder ob es sich um gezielte Irreführung, Propaganda, Werbung oder gar Betrugsmaschen handelt. Das internationale Europaforum, mittlerweile zum 28. Mal, steht diesmal unter dem Motto „Hard Times, Soft Power – Europas Rolle in unruhigen Zeiten“ und läuft vom 18. bis 20. Mai 2026. Neben Live-Auftritten in Berlin gibt es Zuschaltungen aus Brüssel und Straßburg – zu sehen sowohl im WDR Fernsehen als auch online im Livestream und in der ARD Mediathek. Das komplette Programm ist auf der WDR-Webseite abrufbar. Für Rückfragen steht die WDR-Kommunikation zur Verfügung.
Das WDR Europaforum 2026 verschreibt sich der Aufgabe, den Wert Europas als Friedensprojekt angesichts historischer Katastrophen zu erinnern und auf die kommende Generation zu übertragen. Im Mittelpunkt der Debatte stand der Schutz des öffentlichen Diskurses gegen Desinformationskampagnen, die durch digitale Technologien weiter zunehmen. Dr. Vernau betonte die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hinsichtlich Glaubwürdigkeit und Medienkompetenz – grundlegende Pfeiler, um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in einer Zeit gesellschaftlicher und technologischer Unsicherheiten zu festigen. Ergänzend berichten aktuelle Nachrichtenportale, dass angesichts der anstehenden Europawahl und eskalierender internationaler Konflikte das Thema politische Bildung und Medienkritik verstärkt in den Mittelpunkt gerückt ist. Die EU-Institutionen diskutieren in Parallelveranstaltungen über einen rechtlichen Rahmen gegen KI-gesteuerte Desinformation und versuchen, gemeinsame Werte nach außen zu verteidigen. Außerdem planen mehrere Medienhäuser Initiativen zur Stärkung einer analytischen Debattenkultur, damit Bürger eigenständig Falschmeldungen erkennen können.