Eine frische Analyse der Denkfabrik Merics sowie der Rhodium Group, auf die sich auch das 'Handelsblatt' beruft, stellt diesen Trend heraus. Was der EU auf den ersten Blick gefallen könnte, ist laut Kommission in Wirklichkeit vor allem eine Antwort auf verschärfte Marktregeln, insbesondere die neuen Zölle gegen chinesische Elektroautos in Europa. Indem Brüssel stärkere Schranken setzt, macht es für chinesische Unternehmen interessanter, direkt vor Ort Fabriken zu bauen, statt bloß Waren einzuführen. 'Kostenloses Frühstück gibt es bei uns nicht mehr', zitiert das 'Handelsblatt' Industriekommissar Séjourné – Investoren seien willkommen, die Bedingungen jedoch strenger. Die größten Geldströme fließen dabei in den Automobilsektor: Von den insgesamt rund 7,6 Milliarden Euro stecken chinesische Firmen insbesondere in die Elektrofahrzeug-Lieferkette. Während also immer mehr Batteriewerke, E-Antriebs- und Zulieferanlagen entstehen, gehen aber trotzdem die Exporte aus China ungebremst weiter nach oben. Manche Wirtschaftsfachleute befürchten bereits einen wiederkehrenden 'China-Schock'. Die Kommission plant daher, verbindliche Techniktransfers vorzuschreiben, um mehr Know-how in Europa zu halten – analog dem chinesischen Modell. 'Striktere Regeln bedeuten letzten Endes: Mehr Wertschöpfung und Jobs hier', so Kommissionsvizepräsident Séjourné. Man könnte fast sagen: Die Spielregeln auf dem Feld werden neu geschrieben – und diesmal will Europa die Feder führen.
Chinas Direktinvestitionen in Europas Industriesektor schnellen auf ein Rekordniveau: 2025 werden durch den Bau neuer Fabriken fast neun Milliarden Euro investiert. Über 90 Prozent dieser Gelder stecken chinesische Unternehmen gezielt in die Lieferkette für Elektroautos, was zu einer verstärkten wirtschaftlichen Verflechtung – aber auch zu wachsenden Bedenken bezüglich technischer Abhängigkeit führt. Die Europäische Kommission verschärft als Reaktion auf chinesische Handelspraktiken ihre Investitions- und Technologietransfer-Regeln, um Jobs und Expertise auf dem Kontinent zu halten.
Einerseits profitieren lokale Arbeitsmärkte von der Neu-Ansiedlung hochmoderner Fabriken, andererseits entsteht durch die weiterliegenden Importe die Sorge vor einem neuen, wirtschaftlichen Schock, der bereits als 'zweiter China-Schock' bezeichnet wird. Verschiedene Industriebranchen sind in Aufruhr, gerade weil China gezielt eigene strategische Interessen verfolgt und Europa als verlängerte Werkbank nutzen könnte – falls nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Die Bedeutung dieses Trends wächst, weil die weltwirtschaftlichen Spannungen zwischen China und dem Westen sich weiter zuspitzen und sowohl wirtschaftliche als auch geopolitische Auswirkungen zu erwarten sind.