"Lassen Sie uns den ‚Turnberry-Deal‘, den wir im August in Schottland vereinbart haben, endlich mal durchziehen – und zwar auch auf EU-Seite!", poltert Oliver Zipse, BMW-Vorstand, in einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. Er seufzt: Momentan würden die USA maximal 15 Prozent Zoll auf EU-Importe erheben, während die EU im Gegenzug gern auf Null-Prozent-Zölle stellen will – immerhin eine deutliche Ansage. Doch so weit sind wir nicht: Für BMW heißt das konkret, sie zahlen derzeit sowohl die neuen als auch die alten Abgaben – 15 Prozent für US-Importe, 10 Prozent für Autos aus dem Süd-Carolina-Werk, die nach Europa verschifft werden. "Genau das war eigentlich nicht der Deal", ergänzt Zipse. Vieles laufe zäh, Brüssels Verhandler seien ihm zu langsam – und ehrlich gesagt: Manchmal fehlt ihm in Deutschland insgesamt der Mut. "Dieses Kleinreden, dieses dauernde Jammern... Das gibt's in Deutschland gerade viel zu oft!", findet der Manager. Seiner Meinung nach brauch Europa mehr Zuversicht; schließlich gebe es weltweit viele Branchen, in denen Unternehmen von hier ganz vorn mitspielen. Panik ist nicht angebracht – aber ein bisschen mehr Tatendrang schon. Übrigens: Die aktuellen Spannungen mit dem Iran? BMW hat sofort seine Lieferketten unter die Lupe genommen, Schäden sind bislang nicht sichtbar. Und der hohe Benzinpreis sorgt laut Zipse noch lange nicht für einen Run auf E-Autos. Er bleibt skeptisch gegenüber zu-einfachen Erklärungen. Wer weiß schon, ob nicht bald auch Strom unbezahlbar wird.
Oliver Zipse schlägt Alarm: Während sich seit Monaten kaum etwas beim EU-USA-Zollabkommen tut, zahlt BMW weiterhin Zölle auf beiden Seiten. Zipse fordert mehr Tempo und Selbstbewusstsein, sowohl von Brüssel als auch von deutschen Unternehmen. Nach aktuellem Stand bleiben die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf die Versorgungslage überschaubar, und trotz steigender Spritpreise sieht BMW keinen unmittelbaren Boom bei Elektroautos. Recherche zeigt: Der Konflikt um die Zölle verschärft sich mit Blick auf die US-Wahlen, und die Automobilindustrie sieht sich durch mangelhafte Investitionssicherheit zusätzlich unter Druck. Laut "FAZ" und "Süddeutsche" fordern auch andere Branchenvertreter, dass die EU schneller handelt, weil die Unsicherheit deutsche Investoren ausbremst. Analysten betonen, dass die Partnerschaft mit den USA langfristig entscheidend für Europas Industriekern sein könnte – nicht nur wegen der Autoindustrie, sondern auch hinsichtlich neuer Technologien und Energiewandel.