Es war eines dieser Spiele, die erst so richtig im Gedächtnis bleiben, wenn man sie selbst gesehen hat: Stuttgart und Bremen lieferten sich auf dem Rasen einen packenden Schlagabtausch, der letztlich keinen Sieger hervorbrachte – 1:1 stand es nach 90 sehr lebhaften Minuten. Früh gelang Bremen durch Stage die Führung, ein präziser Schuss ins lange Eck – fast etwas aus dem Nichts, so schien es. Die Schwaben, angefeuert vom eigenen Publikum, begannen spätestens danach mit massivem Druck, drängten auf den Ausgleich. Und obwohl El Khannouss aus kurzer Distanz per Kopf an einen glänzend aufgelegten Backhaus scheiterte, war ständig Gefahr in der Luft. Milosevic, schon mehrmals auffällig für Werder, hätte ebenfalls erhöhen können. Seltsam eigentlich, wie im Fußball oft ein Schuss Zentimeter entscheidet – diesmal landete der Ball eher in den Zuschauerrängen als im Tor.
Pausenpfiff, kurzes Durchatmen. Direkt danach spielte Stuttgart fast wie entfesselt, rennt und rackert, während Bremen zuweilen ein wenig mit sich selbst kämpft. Dann diese eine Flanke, El Khannouss legt auf, Demirovic hebt ab und nickt den Ball gekonnt ein – verdienter Ausgleich, keine Frage. Die Schlussphase hat dann fast schon Pokalcharakter: Hektik in den Strafräumen, zaghaftes Pressing, Chancen hüben wie drüben, wobei Nübel im Stuttgarter Tor auch einen Sahnetag erwischt. Bremen verteidigt beinahe leidenschaftlich und kann sich schließlich in den Schlussszenen über einen für sie extrem wertvollen Punkt freuen. Für Stuttgart fühlt sich das Remis trotz drückender Überlegenheit wie eine verpasste Gelegenheit an – im Kampf um die Champions-League-Ränge könnte das Nachspiel haben.
Werders erkämpftes Unentschieden in Stuttgart ist ein immens wichtiger Punkt im Abstiegskampf. Die Partie war geprägt von hohem Tempo, vielen Torchancen und einer kämpferisch starken Werder-Abwehr – Stuttgarts Offensive biss sich immer wieder die Zähne aus. Während Bremen psychologisch gestärkt nach Hause fährt, steht für den VfB das Rennen um die Champions-League-Plätze nach wie vor auf der Kippe.
Neueste Analysen vom Wochenende unterstreichen den enormen Druck, der besonders auf Stuttgart lastet – nach dem Unentschieden beklagen die Fans wie auch Trainer Sebastian Hoeneß die mangelhafte Chancenverwertung sowie eine zu passive Anfangsphase. Bremens Coach hingegen lobt vor allem den kämpferischen Einsatz seiner Mannschaft, sieht aber im Offensivspiel noch Luft nach oben. Angesichts der engen Tabellenkonstellation erhalten solche Punktgewinne im Saisonendspurt besondere Bedeutung, wie auch zahlreiche Kommentatoren in den großen Sportportalen der vergangenen 48 Stunden hervorheben.