Eine frische Untersuchung der Uni Hohenheim unterstreicht: Nur etwa 20 Prozent der Deutschen halten einen WM-Titel der Nationalelf für realistisch, während mehr als die Hälfte schon nach dem Viertelfinale Schluss sieht. Klar, Deutschland wird weiterhin erstaunlich oft als potenzieller Weltmeister genannt – doch der große Taumel von früher fehlt. Im Gegenteil, die Konkurrenz rückt näher: Spanien und Frankreich werden inzwischen von fast jedem Fünften als Favorit angesehen. Bemerkenswert: Obwohl Argentinien amtierender Titelträger ist, rangiert das Team in den Augen der Deutschen ziemlich weit hinten. Das Interesse am Turnier selbst ist im Vergleich zur WM 2022 zwar gestiegen, doch zum alten Fußballfieber scheint kein Weg zurückzuführen. Treibende Namen für Sympathie und Leistung sind für die meisten Befragten Wirtz, Kimmich und Undav – gefolgt von Havertz, Goretzka und Tah. Möglicherweise hat das auch mit medialer Präsenz, persönlichen Geschichten oder aktuellen Leistungen zu tun. Ach ja, Neuer war zum Zeitpunkt der Erhebung übrigens gar nicht berücksichtigt. Interessant, dass gerade das Fehlen von Euphorie die Studie prägt – vielleicht ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Stimmung rund um das DFB-Team?
Die Universität Hohenheim fand heraus, dass zwar noch immer viele Deutsche der Nationalmannschaft den Titel zutrauen, die breite Euphorie aber nachgelassen hat. Spanien und Frankreich werden inzwischen ähnlich oft als Favoriten genannt, und die Erwartung eines Ausscheidens vor dem Halbfinale dominiert. Interessant sind die konstant hohen Sympathiewerte für bestimmte Spieler wie Wirtz, Kimmich und Undav, was vermutlich auch etwas mit ihrer öffentlichen Wahrnehmung zu tun hat.
Recherchen auf taz.de ergaben, dass die Stimmung rund um das DFB-Team von einer Mischung aus Skepsis und Hoffnung geprägt ist. Die Süddeutsche Zeitung hob kürzlich hervor, dass in der Mannschaft ein Motivationsschub zu spüren sei, der sich aber in der Bevölkerung noch nicht in Euphorie umwandelt. Die Zeit analysierte zuletzt, dass vor allem strukturelle Probleme und Personaldebatten das Vertrauen vieler Fans bremsen.