Sekundensache am Strand: Der DLRG-Rettungsschwimmer-Test fordert Deine Sinne heraus

Bunte Badetage, schrille Sonnenhitze – kaum ist das Wasser voller Planschfreunde, verliert man leicht den Überblick. Was, wenn plötzlich ein Kind untergeht? Mit einer auffällig schnörkellosen Digital-Kampagne will die DLRG Passanten zu Lebensrettern inspirieren. Vom 3. Juni an läuft in sechs deutschen Städten auf den digitalen Außenflächen ein Selbstversuch: Wer entdeckt im zehn Sekunden kurzen Spot das ertrinkende Kind? Hinter der Aktion steckt nicht nur die Suche nach Verstärkung – sie wirbt auch für Aufmerksamkeit, wo sie zählt: am Wasser.

heute 08:19 Uhr | 5 mal gelesen

Menschen wie ich – also Hobby-Schwimmer mit Respekt vorm offenen Meer – denken oft nicht über die paar Sekunden nach, die zwischen Spaß und Ernst liegen können. Ute Vogt, Präsidentin der DLRG, bringt es ganz banal auf den Punkt: Ohne Spenden und Mitmacher stecken solche Vereine schnell in der Klemme, gerade wenn es darum geht, Leben zu retten. Grabarz & Partner, die Werbeagentur hinter der Aktion, hat mit Ströer zusammen den Spot so gestrickt, dass der Stress am Badetag im Zeitraffer spürbar wird – zack, die Uhr läuft. Man weiß ja: Zehn Sekunden können beim Stichwort Ertrinken eine Ewigkeit bedeuten. Findest du das Kind im Menschengewimmel? Vermutlich nicht beim ersten, vielleicht auch nicht beim zweiten Versuch. Und das ist genau der Punkt! Die DLRG sucht neue Leute – den Spot sieht man in Berlin, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart. Vor allem im Norden und an der See: Da sind Ehrenamtliche Gold wert und heißen jede helfende Hand willkommen. Über 51.000 Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer waren vergangenes Jahr bundesweit im Einsatz, haben über tausend Menschen das Leben gerettet – diese Zahl klingt schon fast surreal. Im Sommer wachen an den Küsten bis zu 850 Rettende gleichzeitig. Vielleicht findest du dich ja demnächst auch in so einer Rot-Gelb-Jacke wieder? Übrigens: Den Spot gibt’s bei YouTube, alle Infos zur DLRG online.

Die DLRG stellt mit einer aufmerksamkeitsstarken DOOH-Kampagne in sechs Großstädten die lebensrettende Arbeit der ehrenamtlichen Rettungsschwimmer in den Fokus – und verknüpft das Ganze mit einer Einladung, selbst aktiv zu werden. Über 51.000 Freiwillige leisten jährlich an Badestellen, Küsten und in Schwimmbädern ihre Einsätze, während im letzten Jahr mehr als 1.100 Menschen vor dem Tod durch Ertrinken bewahrt wurden. Angesichts vermehrter Badeunfälle in Deutschland und einem Mangel an Nachwuchsbetreuern hat die Kampagne nicht nur symbolischen Wert: Laut taz ist die Zahl der Nichtschwimmer in Deutschland zuletzt wieder gestiegen, weshalb die Nachfrage nach qualifiziertem Rettungspersonal wächst. Medien berichten außerdem, dass kostenlose Schwimmkurse vielerorts fehlen und insbesondere Kinder aus Familien mit wenig Einkommen oder mit Migrationsgeschichte häufiger zum Nichtschwimmer-Risiko zählen. Auf der Webseite der DLRG gibt es Möglichkeiten, sich direkt zu engagieren oder zu spenden.

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