Ukrainische Krim-Beauftragte bleibt kompromisslos: Kein Verzicht auf die Halbinsel

Olha Kuryshko, die Sonderbeauftragte für die Krim im Team des ukrainischen Präsidenten Selenskyj, lehnt jede Forderung ab, die von Russland kontrollierte Krim an Moskau abzutreten. "Für einen echten Frieden gehört die Krim zur Ukraine", stellt sie im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland unmissverständlich klar.

heute 18:30 Uhr | 3 mal gelesen

Olha Kuryshko lässt an ihrer Haltung keinen Zweifel: "Wir werden unseren Einsatz für die Rückgewinnung der Krim nie aufgeben", betont sie. Der Druck von außen – besonders auf diplomatischen Nebenpfaden – sei spürbar, auch wenn westliche Staaten das Thema offiziell nicht anpacken. Kuryshko sagt dazu etwa, dass die Ukraine keine Option habe, zumal es um eigenes Land und eigene Bürger gehe: "Unsere Leute, unsere Heimat." Gleichzeitig zeigt sie sich realistisch: Die Befreiung sei nicht nah, trotz der jüngsten Attacken auf russische Versorgungswege. Eine Rückkehr der Krim sei mit massiven Herausforderungen verbunden – etwa der Umerziehung einer Bevölkerung, die jahrelanger russischer Propaganda ausgesetzt war, sowie dem Umgang mit der massiven Ansiedlung von Russen seit 2014 und der Zwangseinbürgerung ukrainischer Einwohner. Nach einem möglichen Rückzug Russlands sei zuerst eine Militärverwaltung geplant, um die Ordnung wiederherzustellen und die Wirtschaft zu stabilisieren. Interessant: Neben ukrainischen Behörden sollen dabei auch Vertreter der indigenen Minderheiten mitentscheiden. Wahlen? Die kommen, aber wohl erst später – einen Zeitrahmen gebe es nicht. Zwischen all den Details klingt immer wieder durch, dass Kuryshko sich von Europa und den USA mehr Rückendeckung wünscht.

Olha Kuryshko macht unmissverständlich klar, dass die Ukraine unter keinen Umständen auf die Krim verzichten werde, unabhängig von internationalen Verhandlungsversuchen. Hinter verschlossenen Türen, so schildert sie, gebe es zwar Diskussionen mit westlichen Partnern über einen möglichen Verzicht, doch für Kuryshko bleibt die Krim untrennbar mit der Ukraine verbunden – allein schon aus Identitäts- und Verantwortungsperspektive. Der Weg dorthin sei allerdings steinig: Nicht nur die militärische Befreiung, sondern auch die gesellschaftliche Reintegration stelle eine gewaltige Aufgabe dar, vor allem im Hinblick auf die langjährige russische Einflussnahme und die gezielte Ansiedlungspolitik. Laut aktuellen Medienberichten (z. B. DW und FAZ) bestehen weiterhin starke Fronten: Russland verstärkt die militärische Infrastruktur auf der Krim, während ukrainische Drohnenangriffe inzwischen sogar russische Marineschiffe treffen. Internationale Stimmen, u.a. von der EU und den USA, bekräftigen ihr Bekenntnis zur territorialen Integrität der Ukraine, agieren aber vorsichtig, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Zivilgesellschaftliche Initiativen auf der Krim dokumentieren derweil Menschenrechtsverletzungen durch die russischen Behörden, worauf Kuryshko verweist – ein Aspekt, der in der Debatte oft in den Hintergrund tritt.

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