367 Menschen auf Rädern, irgendwo zwischen Hoffnung, Kälte und Vorfreude – selten sieht man einen so bunten Haufen mit so ehrgeizigen Zielen. Sie sind gestern in Trondheim aufgebrochen, bereit, sich auf 4.800 Kilometer und sagenhafte 50.000 Höhenmeter einzulassen. Unter ihnen Christoph Strasser, der Steirer, der schon vieles gewonnen hat, aber jedes Mal wieder staunt: "Diese norwegischen Landschaften sind unfassbar, Fjorde, Wasserfälle, Flüsse – irgendwie fühlt sich das fast unecht an. Richtig durchgeschlafen habe ich keine Minute. Der Temperatur-Schock bei null Grad hält einen wach – ich habe definitiv zu dünn gepackt! Aber sobald die Sonne wird, geht's besser." Schlaf ist Luxus in diesen Rennen, Kälte der Normalzustand. Derweil ist Robin Gemperle, Gewinner von 2024, ein Stück voraus. Strasser bleibt entspannt und kämpft um die Plätze zwei bis fünf. Anders als im letzten Jahr läuft es diesmal bereits nach dem ersten Tag wesentlich geschmeidiger: "Letztes Jahr lag ich um Rang 30 nach der ersten Nacht, jetzt bin ich vorne dabei", reflektiert Strasser, nicht ohne Stolz. Der erste Kontrollpunkt rückt näher – Rallarvegen, eine raue Schotterpiste entlang spektakulärer Fjordlandschaften, muss genommen werden. Dann führt die Strecke Richtung Süden, schließlich nach Schweden, viele Nächte und Wetterwechsel voraus.
Der Start des diesjährigen Transcontinental Race in Trondheim ist geglückt – 367 Einzelkämpfer:innen fahren ohne äußere Unterstützung quer durch Europa bis nach Kalamata. Christoph Strasser, Veteran und mehrfacher Sieger bei Extremlangstreckenrennen, zeigte sich beeindruckt von der norwegischen Natur, aber auch herausgefordert von den eisigen Nächten. Im Moment führt der Schweizer Robin Gemperle das Klassement an, während Strasser und andere um die vorderen Plätze kämpfen. Nach aktuellen Berichten gab es beim Verlauf des Rennens bislang keine gravierenden Zwischenfälle, doch die anspruchsvolle Route und das wechselhafte Wetter werden die Fahrenden weiterhin auf die Probe stellen. In den letzten Tagen haben zahlreiche deutsche Medien wie taz, Spiegel und Süddeutsche das wachsende Interesse an Ultra-Rennsportarten und die anhaltenden Erfolgserlebnisse einzelner Sportler wie Strasser beleuchtet. Viele Beobachter schreiben einen kleinen Trend zu mehr Selbstständigkeit und Abenteuer in der europäischen Bikeszene fest, befeuert durch Routen wie den ikonischen Rallarvegen. Tagesaktuelle Renninfos und Tracking sind über die offizielle Seite weiterhin einsehbar.