VW-Zukunftsstrategie 2030: Pantisano rechnet mit Renditezielen und Sorgen für Mitarbeiter ab

Luigi Pantisano, Parteichef der Linken, äußert scharfe Kritik am Zukunftsplan 2030 von Volkswagen. Das Profitstreben sei gefährlich für Arbeitsplätze – Investitionen und Standortgarantien müssten Priorität haben, fordert er.

heute 07:44 Uhr | 2 mal gelesen

Kaum war der Zukunftsplan 2030 von VW beschlossen, hagelte es Protest: Luigi Pantisano, prominente Stimme der Linken, kann dem Kurs wenig abgewinnen.

Renditeziel schlägt Wellen

Mit 9 Prozent Rendite als neue Messlatte, dränge VW die Interessen seiner Beschäftigten ins Abseits, sagte Pantisano gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Ihn irritiere besonders, dass trotz üppiger Rücklagen von 155 Milliarden Euro Tausende Mitarbeiter um ihre Stellen bangen müssten, während Standorte zur Disposition stünden und Dividenden an Aktionäre weiter flössen. Das habe für ihn wenig mit Zukunft zu tun – eher mit kurzfristigem Kalkül, so seine Wertung.

Umbau braucht sozialen Boden

Pantisano fordert daher ein grundsätzliches Umdenken: Investitionen sollen nicht gestrichen, sondern in neue Produkte gesteckt werden. Billige E-Autos, E-Busse oder gar Züge nennt er als Beispiele. Es klingt nach Planwirtschaft? Vielleicht, aber aus seiner Sicht geht es um das langfristige Wohl der „VW-Familie“ – nicht nur um Aktionärsbeglückung.

Verdrossenheit mit SPD und IG Metall

Noch bemerkenswerter ist Pantisanos Seitenhieb auf die SPD in Niedersachsen und die IG Metall: Wie könne man sich als Partei der Arbeitnehmer feiern lassen und zeitgleich Kürzungen zustimmen? Man spürt zwischen den Zeilen: Hier platzt jemandem der Kragen. In seiner Heimat Waiblingen erlebt er, wie Unternehmensschließungen tiefe Spuren im sozialen Gefüge hinterlassen.

Risse im Wirtschafts-Epos Autoindustrie

Irgendwie ist es paradox: Während der Wandel zur E-Mobilität und andere Trendthemen wie Zukunft und Innovation propagiert werden, geraten Werte wie Arbeitsplatzsicherheit zum politischen Spielball. Die ewige Gratwanderung zwischen Kosteneffizienz und Belegschaftsschutz scheint – mal wieder – auf dem Rücken derjenigen ausgetragen zu werden, die den Alltag in den Werken prägen.

Mehr als VW: Kettenreaktionen drohen

Was bei VW entschieden wird, bleibt laut Pantisano nicht ohne Folgen für die Umgebung. Wenn Werke geschlossen werden, trifft das nicht nur die unmittelbar Betroffenen; regionale Wirtschaftskreisläufe geraten ins Schlingern, Zulieferer fürchten um ihre Existenz. Letztlich geht es um einen klassischen Konflikt: Reichtumsmaximierung für die einen vs. Zukunftssicherung für die anderen. Millionen Menschen schauen zu – aus Sorge, vielleicht nächstes Mal selbst betroffen zu sein.

Politisches Nachspiel?

Die Diskussion um den Wandel bei VW entpuppt sich als Lackmustest: Wie viel Rückendeckung bekommen Beschäftigte noch – nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern auch aus gewerkschaftlicher und parteipolitischer Sicht? Pantisanos Appell mischt sich – vielleicht nicht ganz überraschend – mit einer Prise Enttäuschung: Wird das politische Berlin bald umdenken? Bis dahin bleibt die Unsicherheit als ständiger Begleiter der Transformation.

Zusammengefasst: Ein Drahtseilakt für Volkswagen

Das Hickhack um den neuen VW-Zukunftsplan 2030 zeigt einmal mehr, wie ungemütlich es auf dem Hochseil zwischen Renditewunsch und Stabilität für die Beschäftigten zugeht. Luigi Pantisano bringt die Sorgen vieler Mitarbeiter mit seiner Kritik auf den Punkt: Es geht nicht nur ums Geschäft, es geht auch ums soziale Miteinander.

Neue Details aus aktuellen Berichten:

Zuletzt berichtet etwa die Süddeutsche Zeitung, dass der Druck auf die Industrie weiter wächst, auch wegen internationaler Konkurrenz und sinkender Margen durch teure Rohstoffe. Gleichzeitig muss VW massiv in Elektromobilität und Digitalisierung investieren, was die Planungssicherheit für Beschäftigte weiter erschwert und kurzfristige Sparkurse attraktiver für das Management erscheinen lässt. Die IG Metall fordert nun eine stärkere Einbindung der Mitarbeiterbelange in den Umbauprozess und verlangt, dass Versprechen für Standorte rechtlich verbindlich werden – auch um drohende Abwanderungen ins Ausland zu verhindern.

Schlagwort aus diesem Artikel