Richtig bitter wird es, wenn es ums Auslandsgeschäft geht – die Exporterwartungen sind regelrecht eingebrochen: von einem (vergleichsweise passablen) Plus von 11,7 Punkten im April auf ernüchternde -16,4 im Mai. Hauptgrund? Die unlängst wieder hochgekochten Zollstreitigkeiten mit den USA: Anfang Mai drohte Washington wieder mit neuen Handelsbarrieren. Zwar konnten sich EU, Kommission und Parlament am 20. Mai auf ein neues Zollabkommen einigen, was zumindest zeitweise für Erleichterung sorgte. Dennoch: Die weiterhin bestehenden US-Zölle von satten 15 Prozent auf Autos und Autoteile stellen für die deutschen Hersteller eine nach wie vor schwere Hypothek dar. Man könnte sagen: Wenigstens läuft es auf dem Papier etwas besser – gefühlt bleibt es ein „zäher Reifen“.
Die Automobilindustrie in Deutschland erlebt aktuell eine leichte Aufhellung der Stimmung, bedingt unter anderem durch das neue Zollabkommen zwischen der EU und den USA. Trotzdem schlagen die nach wie vor beachtlichen US-Zölle von 15 Prozent auf Fahrzeuge und Autoteile heftige Dellen in die Exportbilanz und sorgen insbesondere bei VW, Mercedes und BMW für eine abwartende Haltung. Laut neuen Berichten nehmen zusätzlich die Sorgen um die globale Konjunkturschwäche, Lieferkettenprobleme und steigende Energiepreise die Branche weiter in die Zange. Experten warnen zudem vor den Auswirkungen des zunehmenden Wettbewerbs durch Elektroautohersteller aus China. Einige Unternehmen setzen auf Digitalisierung, E-Mobilität und Partnerschaften, um den Herausforderungen zu begegnen.