Der Streit um die jüngste Operation der Sea-Watch entzündet sich an der Frage, ob eine wirkliche Seenotlage vorgelegen hat – CDU-Politiker Throm sieht darauf keine Hinweise, Sea-Watch widerspricht heftig. Für Throm gibt es keine rechtliche oder ethische Notwendigkeit einer Übernahme von knapp 90 Menschen, wenn nur Einzelne in Lebensgefahr seien, und er fürchtet, dass solche Aktionen Schleusern in die Karten spielen. Sea-Watch sieht sich dagegen einer gezielten Kampagne ausgesetzt und verweist auf transparente Zusammenarbeit mit den Behörden; überdies erheben sie schwere Vorwürfe gegen die infame Darstellung ihres Einsatzes in Teilen der Politik und Medien. Aktualisierung und Ergänzung aus aktuellen Quellen: Die Debatte rund um private Seenotrettung im Mittelmeer ist weiterhin hochpolitisch: In den letzten 48 Stunden betonen mehrere Berichte, dass es immer wieder zu politisch motivierten Anfeindungen und juristischen Ermittlungen gegen zivile Rettungsorganisationen kommt – teils auch mit Blick auf italienische Behörden, die den Organisationen regelmäßig die Einfahrt verwehren. Medien wie die Süddeutsche berichten zudem, dass das Frontex-Video nur einzelne Momente einer komplexen Lage zeigt und Experten eine differenzierte Bewertung fordern. Gleichzeitig mahnen Menschenrechtsorganisationen, dass ohne zivilgesellschaftliche Rettungsaktionen jährlich Hunderte oder gar Tausende Migranten im Mittelmeer ertrinken würden; die europäische Politik bleibt größtenteils tatenlos, was die strukturelle Seenotrettung angeht.