Laut Informationen aus Parteikreisen, wie sie das "Handelsblatt" zusammengetragen hat, steht Günther Krings kurz davor, als erster parlamentarischer Geschäftsführer für die CDU/CSU-Fraktion nominiert zu werden. Krings, gegenwärtig Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, könnte damit eine zentrale Rolle im Team um Thorsten Frei spielen, der wiederum für den Vorsitz der Fraktion vorgesehen ist. Im Zuge dieses personellen Umbaus soll Steffen Bilger, bisheriger Geschäftsführer, als möglicher Staatssekretär für Digitales ins Spiel gebracht werden – aber Bilger war in der Vergangenheit bereits im Verkehrsministerium Staatssekretär, daher bleibt fraglich, ob es dazu kommt oder er doch ganz woanders landet. Offizielle Bestätigungen lassen bisher auf sich warten – es bleibt also ein Rätsel, wie die Karten genau gemischt werden.
Die Beweggründe für diese Rochade scheinen, gelinde gesagt, nicht nur politischer Natur zu sein – schließlich käme es mit Frei und Bilger zu einer gewissen Dominanz baden-württembergischer Abgeordneter an der Fraktionsspitze. Es sollen aktuell bereits drei weitere Baden-Württemberger im Fraktionsvorstand sitzen, was im Erfolgsfall von Freis Wahl am Mittwoch dazu führen würde, dass gleich fünf der 20 Führungspersonen aus Baden-Württemberg stammen. Mit Krings würde zumindest Nordrhein-Westfalen als echter Machtfaktor erhalten bleiben – bislang war das eher das Feld von Jens Spahn.
Günther Krings, ein erfahrener CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen, gilt laut mehreren Medien als Favorit für die Position des parlamentarischen Geschäftsführers in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Hintergrund ist auch eine notwendige regionale Ausgewogenheit, nachdem bei einer Wahl Thorsten Freis und mit Steffen Bilger bereits zahlreiche Spitzenämter durch Vertreter aus Baden-Württemberg besetzt wären. Insbesondere nach den zuletzt oft diskutierten Spannungen innerhalb der Unionsfraktion betont die geplante Besetzung Krings' die Rolle des größten CDU-Landesverbandes, Nordrhein-Westfalen, in der Bundespolitik – ein Aspekt, der in Zeiten politischer Umbrüche zusätzliche Bedeutung bekommt. Neue Details aus aktuellen Berichten unterstreichen, dass ein offizieller Beschluss aussteht und die Gespräche in Berlin offenbar noch andauern, wobei Beobachter betonen, es gäbe Diskussionsbedarf, wie künftig das Gleichgewicht zwischen den CDU-Landesverbänden gehalten werden soll.
Laut verschiedenen Quellen hat die parteiinterne Rochade durchaus auch Auswirkungen auf die Dynamik gegenüber der Ampel-Regierung, da mit Krings ein profilierter Gegner digitalpolitischer Projekte aus Kreisen der Regierungsparteien an Einfluss gewinnt. Insgesamt zeichnet sich ein mit Spannung erwarteter Wechsel an der Spitze ab, der auf viele offene Fragen nach Personal und Profil in der Fraktion trifft.