AfD Berlin will neues System zur Wohnungsvergabe für städtischen Wohnraum – Fokus auf 'tragende Berufe'

Wenige Tage vor dem Urnengang zum Berliner Abgeordnetenhaus setzt die AfD auf einen Vorstoß, der die Wohnungsvergabepraxis aufmischt: Ein Punktesystem, das Berufe wie Pflegekräfte und Polizisten bevorzugen soll, gewinnt im Wahlkampf an Gewicht. Zielgruppe sind jene, die auf dem angespannten Wohnungsmarkt zwischen allen Stühlen sitzen – nicht arm genug für Sozialwohnungen, aber zu wenig Geld für teure Mieten.

heute 09:21 Uhr | 2 mal gelesen

An der Spree brennt seit Jahren die Wohnungsfrage. Nun meldet sich die Berliner AfD lautstark zu Wort und will – nochmal, aber diesmal energischer – die Karten der Vergabe landeseigener Wohnungen neu mischen lassen.

Ein Punkt für Dich, zwei für Dich?

Kristin Brinker, ihres Zeichens Landeschefin, präsentierte jüngst beim RBB-Inforadio ein Modell, bei dem Berufe und soziale Lage bepunktet werden. Wer länger in Berlin wohnt, kriegt obendrauf noch einen Bonus. Klingt erst mal nüchtern, nicht wahr? Aber ein winziges Detail sticht hervor: Diese Regelung würde etwa Pflegerinnen, Feuerwehrleuten oder Polizistinnen stärker unter die Arme greifen als bislang – jedenfalls, wenn es nach der AfD ginge.

Genau diese Berufe, so Brinker, seien oft von der Realität besonders betroffen. Verdienen zu viel für klassische Sozialwohnungen, reichen für den Mietspiegel der Hauptstadt aber praktisch nie. Tja, das alte Dilemma – und eine Gruppe, die nicht erst seit gestern durchs Raster fällt.

Zielmarke: Wer trägt Berlin?

Das geplante Punktesystem der AfD ist, sagen wir es vorsichtig, vorrangig ein Wahlkampfinstrument. Gesetzestexte, Zeitachsen? Fehlanzeige – noch. Aber ganz klar: Die Partei will für Feuerwehr, Handwerker und Pflegekräfte eine Extraportion Chancen sichern. Immerhin, das ist schon deutlicher als die meisten anderen Wahlkampfversprechen formuliert.

Was leicht zu übersehen ist: Hinter dem Vorstoß verbirgt sich der mittlerweile alltägliche Berliner Mangel an wirklich bezahlbaren Wohnungen. Speziell für das „dazwischen“ – weder arm noch reich. In Zeiten ständig steigender Kaltmieten rutschen viele, die die Stadt am Laufen halten, in eine Art gesellschaftliche Grauzone: zu gut verdient für die eine Tür, zu schlecht für die andere.

Wer wird (vielleicht) bevorzugt?

Das Konzept holt bestimmte Berufsgruppen gezielt aus dem Schatten sozialer Vergabekriterien ans Licht. Ein bisschen eine „good old Gerechtigkeitsdebatte“, aber mit neuem Dreh: Beruf als entscheidendes Merkmal. Die Frage, wie gerecht das wirklich gereicht, bleibt ungeklärt – und könnte richtig Zündstoff liefern.

Punkte nach Beruf, nach Jahren am gleichen Wohnort – da stören sich wohl einige am Gleichheitsgrundsatz. Die Wohnungsvergabe ist bisher vor allem am Geldbeutel und familiären Notlagen ausgerichtet. Öffnet man das System für „besonders systemrelevante“ Berufe? Das kann, ehrlich gesagt, viele Diskussionen um Chancengleichheit, Diskriminierung und Transparenz entfachen.

Auswirkungen: Chance oder neue Verteilung?

Würde die AfD-Idee politische Realität, bekämen zum Beispiel Altenpfleger oder Berliner Polizistinnen wohl öfter den Zuschlag auf geförderte Wohnungen. Doch Hand aufs Herz: Gibt es dadurch wirklich mehr Wohnungen für „Normalos“? Oder verschiebt sich nur die Reihenfolge – und entscheidend bleibt, dass zu wenig Wohnraum überhaupt da ist?

Letztlich wären rechtliche Nachjustierungen nötig: Wie passt das zum Diskriminierungsrecht – und ab wann finden Berliner die Kriterien transparent genug? Wer hier Lösungen findet, verdient mehr als nur Punkte. Die Frage bleibt im Berlin-Mikrokosmos immer die gleiche: Haben am Ende alle ein Dach überm Kopf, oder nur die, die ins System passen?

Punktesystem: Bruch mit den bisherigen Kriterien

Die Berliner AfD will mit ihrem Vorschlag ein System schaffen, das Berufsgruppen wie Pflegekräfte oder Polizisten durch Zusatzpunkte bei der Wohnungsvergabe bevorzugt. Damit stellt sie sich gegen das bisherige Verfahren, das vor allem Einkommensgrenzen und soziale Härten berücksichtigt. Im Politbetrieb ist das nicht unumstritten, unter anderem, weil Fragen nach Gleichbehandlung und rechtlicher Zulässigkeit sofort aufkommen.

Wohnungsnot bleibt Kernproblem

Unabhängig vom Modell verschärft sich die Wohnungsnot in Berlin weiter – laut FAZ zieht die Nachfrage nach günstigen Wohnungen wieder an, während der Neubau stockt. Die Initiative der AfD spiegelt den Druck wider, den insbesondere mittlere Einkommensschichten verspüren. Manche Expertinnen warnen, dass eine Umverteilung innerhalb knapper Bestände das Problem nicht löse, sondern verschiebe.

Aktuelle Entwicklungen laut Presse

Aktuelle Medienberichte zeigen: Am 9. Juni warnte die Süddeutsche Zeitung, dass der soziale Wohnungsbau weiterhin weit hinter den Zielen bleibt. Ebenso hebt die Zeit hervor, dass vor allem Menschen ohne Beziehungen oder ausreichend hohes Einkommen die Verlierer am Berliner Wohnungsmarkt sind.

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