Condor-Chef plädiert für temporäre Aussetzung des Emissionshandels

Wegen des weltweiten Mangels an Kerosin, ausgelöst durch die Blockade der Straße von Hormus, fordert Peter Gerber, Chef der Fluggesellschaft Condor, eine Pause beim Emissionshandel. In der ARD betonte er, dies würde vor allem Passagiere im zweiten Halbjahr vor explodierenden Ticketpreisen schützen.

heute 18:20 Uhr | 3 mal gelesen

Peter Gerber bringt es in der Sendung 'Bericht aus Berlin' recht lapidar auf den Punkt: Würde man den Emissionshandel vorübergehend aussetzen, ließen sich überhitzte, spekulativ getriebene Spritpreise wieder einfangen. "Für alle würde der Sommer damit ein Stück unkomplizierter", meint der Airline-Chef. Und als wäre das nicht Hinweis genug, fügt er noch an, dass man alternativ – ähnlich wie vom Flughafenverband vorgeschlagen – über einen Tankrabatt nachdenken könnte. Ganz lapidar merkt er an, dass die Regierung diesen Schritt vielleicht schlicht übersehen habe. "Dann kann man das auch schnell noch nachholen." Es ist selten geworden, dass in der Politik jemand so offensiv nach einem solchermaßen pragmatischen, wenn auch kurzfristigen Lösungsvorschlag ruft. Ob es Gehör findet? Meine, zugegeben subjektive, Erfahrung sagt: Wenn nicht jetzt, wann dann? Oder auch nicht.

Der Chef der deutschen Fluggesellschaft Condor, Peter Gerber, fordert angesichts steigender Kerosinpreise infolge der Situation an der Straße von Hormus eine sechsmonatige Aussetzung des europäischen Emissionshandels für Airlines. Das Ziel besteht darin, Spekulationen am Markt und damit verbundene Preissprünge auf Flugtickets abzufedern. Auch Alternativen wie einen Tankrabatt bringt er ins Spiel – der Flughafenverband macht dazu ebenfalls Druck. Einige Fluggesellschaften in Europa klagen derweil über knapper werdende Treibstoff-Ressourcen und hohe Rohstoffpreise, wodurch Verbraucher mit steigenden Kosten konfrontiert werden. Experten widersprechen allerdings, dass kurzfristige Aussetzungen am Emissionshandel langfristig wirksame Preissenkungen bringen, und betonen die Bedeutung von Klimazielen und strukturellen Lösungen. Gleichzeitig diskutieren Politik und Wirtschaft intensiv, inwieweit Krisenlangfristigkeit und Klimaschutz miteinander vereinbar sind.

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