Ein Schritt in die richtige Richtung? Nicole Büsing, Geschäftsführerin der Landschaftsagentur Plus und Vorstandsmitglied im Bundesverband der Flächenagenturen, bezeichnet die Initiative als positives Signal: Endlich würden erfahrene Akteure direkt ins Boot geholt, anstatt neue Fördertöpfe zu kreieren, hinter denen das Geld am Ende doch im Nirgendwo verschwindet. Aus ihrer Sicht müssen Kompensationsmittel da ankommen, wo sie ökologisch wirklich etwas bewirken – in ganz konkreten Projekten, wie etwa dem renaturierten Bachlauf oder den aufgeforsteten Flächen.
Was genau machen eigentlich diese Flächenagenturen? Im Grunde gleichen sie Schäden und Eingriffe aus – etwa bei Autobahnen oder Energietrassen – und lenken das nötige Geld in Projekte für Biotope, Wälder und Artenschutz. Die Landschaftsagentur Plus bündelt Kompensationsmaßnahmen, betreut Flächenpools, führt Buch über „Ökokonten“ und sorgt mit regelmäßiger Überprüfung für dauerhaften Erfolg. Hinter all dem steckt das Ziel, Naturflächen zu erhalten, statt immer weiter zu versiegeln oder aufzugeben – und das nicht nur auf dem Papier.
Ihr Fazit: Die Bundesregierung solle die vorhandenen, über Jahre aufgebauten Strukturen der Flächenagenturen besser einbinden, statt die Bürokratie noch weiter aufblähen zu lassen. Und das klingt erstmal sogar ziemlich vernünftig, auch wenn man zwischendurch ins Grübeln kommt, ob nicht am Ende doch der Papierkrieg gewinnt.
Die Landschaftsagentur Plus selbst sieht sich als erfahrener Partner für Kompensations- und Naturschutzmaßnahmen, kümmert sich mit einem bunten Team um Planung, Renaturierung von Bächen und nachhaltige Betreuung – im Auftrag von Kommunen, Firmen oder Privatpersonen.
Mit dem Naturflächenbedarfsgesetz nimmt die Bundesregierung erstmals gezielt die natürliche Infrastruktur ins Visier: Nach monatelanger Diskussion will das Umweltministerium Flächen wie Wälder, Böden und Schutzgebiete dem gleichen Stellenwert einräumen, den bislang vorrangig Straßen, Stromtrassen und Technik erhalten haben. Fachleute warnen jedoch davor, das Verfahren durch neue bürokratische Ebenen zu verlangsamen; stattdessen sollen entsprechend der aktuellen Experteneinschätzungen die etablierten Flächenagenturen stärker eingebunden werden – schließlich haben sie in der Vergangenheit gezeigt, dass sie Ausgleichsmaßnahmen effizient umsetzen können. Laut Recherchen befürchten einige Umweltverbände allerdings, dass der ökonomische Druck auf Freiflächen weiter steigt, während die langen Vorlaufzeiten für Kompensationsprojekte und die Konkurrenz zu Wohnungsbau und Landwirtschaft ungelöste Herausforderungen bleiben (Stand: 18.06.2024).