Kritik von Karl Lauterbach am Gesundheitssparkurs: Sorgen um soziale Schieflage

Karl Lauterbach, früherer Gesundheitsminister, moniert die geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen und warnt vor Nachteilen für Menschen mit niedrigem Einkommen.

heute 14:44 Uhr | 4 mal gelesen

Die Debatte um das milliardenschwere Sparpaket von Nina Warken (CDU) nimmt an Schärfe zu. Karl Lauterbach, der selbst lange für die Geschicke des Gesundheitsministeriums verantwortlich war, hat sich deutlich positioniert: Seiner Ansicht nach drohen besonders Geringverdienende und gesetzlich Versicherte durch die Reform ins Hintertreffen zu geraten. Lauterbach äußerte gegenüber dem "Spiegel" seine Befürchtung, dass steigende Zuzahlungen dazu führen könnten, dass Patientinnen und Patienten notwendige medizinische Leistungen schlicht meiden – mit allen Konsequenzen. Der Gesetzentwurf sieht Sparmaßnahmen von fast 20 Milliarden Euro vor und soll, geht es nach Warken, noch im April durchs Kabinett gehen.

Was Wachsamkeit verlangt: Lauterbach kritisiert vor allem die Möglichkeit, dass Budgets für Ärzte gedeckelt werden könnten. "Dann besteht die Gefahr, dass Mediziner weniger Termine für gesetzlich Versicherte anbieten und sich stärker auf Privatversicherte fokussieren", so seine Einschätzung. Damit könne sich die ohnehin bestehende Trennung zwischen gesetzlicher und privater Versicherung weiter zuspitzen – kurzum: eine Zweiklassenmedizin würde noch deutlicher. Natürlich, ein behutsames Begrenzen der Kosten halte Lauterbach durchaus für nötig, plädiert aber gleichzeitig für Termingarantien bei Fachärzten, um faire Behandlung zu garantieren. Ganz ehrlich: Der Spagat zwischen Sparen und Versorgung bleibt schwer. Und ob die Reformen am Ende wirklich das gewünschte Gleichgewicht schaffen, bleibt fraglich.

Karl Lauterbach befürchtet, dass das von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken vorgeschlagene Sparpaket im Gesundheitswesen vor allem Geringverdienende und gesetzlich Versicherte benachteiligen könnte. Maßnahmen wie gekürzte Vorbeugungsleistungen und höhere Zuzahlungen bergen laut Lauterbach das Risiko, notwendige Behandlungen aus finanziellen Gründen auszulassen und die Spaltung zwischen gesetzlich und privat Versicherten zu vertiefen. Als Ausweg schlägt Lauterbach vor, Kosteneinsparungen mit festen Terminzusagen bei Fachärzten zu koppeln, um die Chancengleichheit bei der medizinischen Versorgung zu sichern. Aktuelle Recherchen zeigen, dass die Diskussion um die Zukunft der gesetzlichen Krankenkassen und mögliche Einsparungen derzeit viele Stimmen im Gesundheitswesen und in der Politik mobilisiert. In jüngsten Beiträgen werden zudem Probleme wie steigende Kosten für medizinische Leistungen, ein akuter Fachkräftemangel im Pflegebereich und die anhaltende Sorge um eine zunehmende Zweiklassengesellschaft im deutschen Gesundheitssystem diskutiert. Zahlreiche Experten befürchten, dass kurzfristige Sparmaßnahmen ohne strukturelle Reformen vor allem zu Lasten jener gehen könnten, die finanziell ohnehin besonders verwundbar sind.

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