Union und SPD pochen auf mehr Rückhalt für Lichtspielhäuser

Vertreter*innen aus Union und SPD dringen auf einen entschlossenen Einsatz des Bundes zur Stärkung der deutschen Kinoszene.

heute 00:02 Uhr | 4 mal gelesen

Manchmal frag’ ich mich, ob wir überhaupt noch wissen, wie es sich anfühlt, dicht gedrängt in einem Kinosaal zu sitzen, mittendrin statt nur dabei, während draußen die Streamingdienste den Ton angeben. Anja Weisgerber (CSU) jedenfalls hält das für unverzichtbar: Das „Zukunftsprogramm Kino“ habe gezeigt, wie wichtig gezielte Förderung sei, sagte sie gegenüber der „Rheinischen Post“. Dass nun die Länder über den Bundesrat die Initiative ergreifen müssten, spreche Bände – und zeige, wie schnell Kinos aus dem Blick geraten. Sie setzt sich energisch dafür ein, dass die wirtschaftliche Lage mindestens wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht, die Abwärtsspirale müsse endlich stoppen.

Kinos seien eben mehr als „Filmabspielorte“ – wahrscheinlich eine ihrer besten Formulierungen. Sie sieht sie als Orte, an denen gesellschaftlicher Zusammenhalt gestärkt wird. Ähnlich sieht das SPD-Kulturpolitiker Martin Rabanus: Kinos dienen ihm zufolge nicht nur als Kulturstätten, sondern auch als wichtige Treffpunkte, egal ob in Metropolen oder auf dem Land. Und deshalb will er das „Zukunftsprogramm Kino“ unbedingt verstetigen – und dafür sorgen, dass es tatsächlich mit den aktuellen Herausforderungen (Stichworte: Digitalisierung, Barrierefreiheit, energietechnische Modernisierung) Schritt hält.

Interessanterweise ist das Förderprogramm, das besonders kleine und mittlere Kinos unterstützt hat, Ende 2024 ausgelaufen – und viele Bundesländer fordern nun, dass es wiederbelebt und dauerhaft gesichert wird. Am Freitag beschäftigt sich der Bundesrat mit einem entsprechenden Antrag. Mal sehen, wie’s ausgeht – die Dringlichkeit ist unbestreitbar.

In den letzten Tagen fordern führende Köpfe aus Union und SPD mehr Engagement des Bundes zur Erhaltung und Modernisierung der deutschen Kinolandschaft. Das bis Ende 2024 gelaufene "Zukunftsprogramm Kino“ galt als wirksames Förderinstrument, um gerade kleinen und mittleren Häusern technische und bauliche Investitionen zu ermöglichen, doch die wirtschaftlichen Nachwirkungen der Pandemie, Energiepreissteigerungen und der Siegeszug von Streamingplattformen setzen der Kinobranche weiter schwer zu. Auch in aktuellen Medienberichten wird der Konflikt deutlich: Während die Länder sich über den Bundesrat für eine Neuauflage starkmachen, bleibt die dauerhafte, strukturelle Bundeshilfe eine umstrittene, aber entscheidende politische Baustelle. Aktuelle Zahlen zeigen, dass die Zahl der Kinobesuche 2023 trotz Erholung weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau liegt, und zahlreiche Arthouse-Kinos kämpfen mit existenziellen Sorgen. Eine nachhaltige Nebenbemerkung aus der Perspektive einiger Akteure: Wer Kinos sich selbst überlässt, riskiert bleibende kulturelle Leerstellen – nicht nur in der Innenstadt, sondern gerade auch im ländlichen Raum.

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