Lehrkräfte verlangen bundesweite Social-Media-Strategie für Schulen

Der Deutsche Philologenverband fordert politische Maßnahmen, um digitale Herausforderungen in Schulen endlich systematisch anzugehen.

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Man muss ehrlich sagen: Die sozialen Netzwerke stürmen frontal ins Klassenzimmer – und Lehrkräfte stehen oft allein auf weiter Flur. Gerade dann, wenn aus einem harmlosen Chat plötzlich systematisches Mobbing wird, müssen Pädagoginnen und Pädagogen wissen, was zu tun ist. Susanne Lin-Klitzing, Chefin des Deutschen Philologenverbands, hat das gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland ziemlich unverblümt ausgedrückt: Ohne klares politisches Konzept und ohne juristische Rückendeckung fehlt einfach Orientierung im Ernstfall. Was machen, wenn das Smartphone zum Zündstoff für Gerüchte wird? Wer schützt die Kinder – und auch die Lehrerinnen und Lehrer – vor beleidigendem Content, Hass und Falschmeldungen, die von TikTok oder WhatsApp direkt ins Unterrichtsgeschehen schwappen? Übrigens: Die Unsicherheit ist keine Ausnahme. Laut einer aktuellen Umfrage (initiiert von Lehrer-Online zusammen mit dem Philologenverband) fühlt sich knapp jeder zweite Lehrende infolge von Social Media ziemlich verloren. Acht Prozent sagen sogar, dass sie schlicht überfordert sind – ein mulmiges Gefühl, das man im Lehrerzimmer öfter mitbekommt. Die Kernprobleme? Suchtartiges Scrollen (fast vier von fünf Lehrkräften berichten davon), nervöse Handynutzung mitten im Unterricht oder eben wütende Cyberattacken, die nach Schulschluss weiterköcheln. Interessanterweise stört der Kontakt zu den Eltern am wenigsten (nur etwa jeder Fünfte sieht dort ein Problem). Die Zahlen sprechen Bände: 68 Prozent sehen den Umgang mit sozialen Medien als bedeutendes Thema an; immerhin fühlt sich aber auch rund ein Viertel ausreichend informiert oder zumindest nicht komplett hilflos. Was dringend gebraucht wird? Klar verständliche Verhaltensregeln für alle, dazu persönliche Anleitungen für knifflige Einzelfälle – und bitte mit solider Kenntnis von Datenschutz, Strafbarkeit sowie Urheberrechten. Fortbildungen sollten da nicht beim trockenen Vortrag stehenbleiben, sondern echte Praxistipps liefern. Interessanter Trend am Rande: Fast ein Drittel der Lehrkräfte wünscht sich psychologische Hilfe, wenn es wirklich brennt. Klingt nachvollziehbar, oder?

Das Problem mit Social Media in Schulen ist längst kein Nebenschauplatz mehr – zu diesem Schluss kommt nicht nur der Philologenverband. Lehrkräfte nehmen digitale Herausforderungen als echte Belastungsprobe wahr: So geben laut Umfrage fast vier von fünf Befragten das Suchtpotenzial von Apps und Plattformen als größte Sorge an, dicht gefolgt von Ablenkung im Unterricht und massivem Cybermobbing. Immer häufiger fordern sie klare politische Leitlinien und Unterstützung in Form von Fortbildungen und psychologischer Beratung, da viele ohne eine gemeinsame Strategie Gefahr laufen, kritische Situationen allein lösen zu müssen. Laut aktuellen Berichten auf Spiegel Online berichten Schulleitungen sogar von steigenden psychischen Belastungen bei Jugendlichen durch Social Media; eine andere Untersuchung der Süddeutschen Zeitung hebt hervor, dass Bundesländer uneinheitliche Richtlinien haben und Schulen oft selbst für Konzepte sorgen müssen. Die Zeit stellt in Frage, ob Medienkompetenz-Programme bisher zu einseitig auf Prävention abzielen und fordert, auch Eltern systematischer zu schulen. Insgesamt wächst der Druck auf die Politik, verbindliche Rahmenbedingungen und Ressourcen bereitzustellen.

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