NRW fordert vorausschauende Brückeninstandsetzung
Nach der abrupten Sperrung der Bonner Nordbrücke drängt NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) darauf, den Fokus deutlich stärker auf schnelle, präventive Sanierungen von Autobahnbrücken in Deutschland zu legen. "Wir müssen vorbeugen, statt immer erst zu reagieren", betonte Krischer gegenüber dem 'Redaktionsnetzwerk Deutschland' in der Freitagsausgabe.
vor 2 Minuten | 1 mal gelesen
Krischer machte im Bundesrat einen konkreten Vorstoß: Mindestens 400 Brücken-Teilbauwerke – doppelt so viele wie bisher – müssten jährlich ertüchtigt werden. Dafür müsse bei der Autobahn GmbH personell wie finanziell kräftig aufgestockt werden. Interessant: Einst dominierten Neubauprojekte die Finanzierung – rund zwei Drittel des Etats flossen dorthin. Heute seien 80 Prozent für die Instandhaltung reserviert. Das sei eine positive Entwicklung, doch bei Planung und Ressourcenzuteilung klaffe noch eine gewaltige Lücke. Krischer fordert zudem, dass mehr Gelder aus dem sogenannten Sondervermögen zielgerichtet in Sanierung und Ersatzinvestitionen wandern und der Bund insgesamt die nötigen Mittel nachlegt. Grüner Ehrgeiz und pragmatische Sorgen mischen sich: Das Land will offenbar vermeiden, dass weitere Brücken notfallmäßig gesperrt oder gar baufällig werden – keine unwichtige Lektion aus den Fehlern der Vergangenheit. Seltsamerweise scheint in der Öffentlichkeit wenig über die Ursachen der langjährigen Verschleppung diskutiert zu werden.
NRW-Verkehrsminister Krischer setzt sich energisch für ein umfassendes Brückensanierungsprogramm ein, das präventive Maßnahmen betont und eine Verdopplung der jährlichen Modernisierungen vorsieht. Die anhaltende Debatte über marode Infrastruktur konzentriert sich zunehmend auf Erhalt statt Neubau, wobei sich die Investitionsprioritäten spürbar verlagert haben. Laut DW und taz wurden in den letzten Tagen immer mehr Stimmen laut, die fordern, auch bei noch intakten Bauwerken rechtzeitig umfassende Prüfungen und Sanierungen anzugehen, auch im Hinblick auf die Auswirkungen des Klimawandels und gestiegene Verkehrslasten.