Lufthansa will 550 Jobs bei der Hauptmarke streichen

Die Lufthansa beginnt jetzt konkret damit, die im Vorjahr geplanten Stellenstreichungen schrittweise umzusetzen – der nächste Schritt betrifft bis zu 550 Arbeitsplätze bei der Kernmarke.

heute 06:56 Uhr | 4 mal gelesen

Wie aus einem firmeninternen Rundschreiben hervorgeht, das dem 'Handelsblatt' vorliegt, startet der Konzern für seine Kernmarke Lufthansa Airlines und zentrale Unternehmensbereiche das Programm 'New Ways'. Dahinter verbirgt sich ein freiwilliges Modell zum Stellenabbau: Mitarbeitende, die von ihren Vorgesetzten angesprochen werden, können entweder einen Aufhebungsvertrag samt Abfindung wählen oder sich dafür entscheiden, mit einer bezahlten Freistellung und der Möglichkeit für eine Nebentätigkeit aus dem Unternehmen auszuscheiden. Interessant ist dabei: Die Initiativbewerbung für das Programm ist nicht erlaubt, sondern hängt davon ab, ob die Führungskraft jemanden auswählt. Das Ganze beginnt ab dem 27. Juli. Wie hoch die Abfindung ausfällt, bleibt offen und wird im persönlichen Gespräch zwischen HR, Führungskraft und Mitarbeitenden geklärt – ein pauschales Angebot gibt es offenbar nicht. Lufthansa betont, dass der Stellenabbau nicht nur durch das Freiwilligenprogramm laufen soll, sondern auch auf natürliche Fluktuation und Stellen, die nicht nachbesetzt werden, setzt. Altersteilzeit ist aber aktuell offenbar keine Option für den Konzern.

Lufthansas Abbauprogramm ist Teil einer umfassenderen Strategie, bis 2030 insgesamt 4.000 Stellen konzernweit zu streichen. Aktuelle Medienberichte und Brancheneinschätzungen zeigen, dass die Airline mit dem Programm 'New Ways' gezielt auf Freiwilligkeit und individuelle Lösungen setzt, aber dennoch eine klare Steuerung von Seiten der Führungskräfte einplant. Angesichts des zunehmenden Branchendrucks – z.B. hoher Kerosinpreise, scharfer Konkurrenz durch Billigflieger und Nachwirkungen der Corona-Krise – versucht der Konzern, Einsparungen sozialverträglich zu gestalten, sieht sich aber auch Kritik aus Arbeitnehmerkreisen gegenüber, da etwa Altersteilzeit keine Option ist und der Prozess wenig Mitbestimmung zulässt.

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