Im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres schrumpfte die Zahl der verkauften Mercedes-Fahrzeuge von 453.674 auf jetzt nur noch 417.765 Stück. Ausgerechnet in Europa und den USA konnte sich der deutsche Autobauer zwar noch behaupten, mit Absatzsteigerungen von vier beziehungsweise zehn Prozent. Diese Zugewinne reichten aber bei Weitem nicht, um die drastischen Rückgänge in China – satte 30 Prozent weniger – auszugleichen. Laut Konzern lag das vor allem an zunehmend härterem Wettbewerb in Fernost, einer schwächeren Kundennachfrage und an Modellwechseln quer durchs Portfolio. Entfernt man den wichtigsten Einzelmarkt China aus der Gleichung, ergibt sich sogar ein leichtes Absatzplus von zwei Prozent weltweit. Finanzielle Folgen bleiben da nicht aus: Mercedes-Benz kappt seine Umsatzprognose, erwartet jetzt ein leichtes Minus statt stabiler Geschäfte wie zuvor angenommen. Schon die Halbjahreszahlen zeigen einen Rückgang beim Umsatz um vier Prozent, auf jetzt 63,7 Milliarden Euro. Ehrlich gesagt klingt das nach mehr als nur einem konjunkturellen Durchhänger – sondern nach einer ernsthaften strategischen Herausforderung.
Mercedes-Benz sieht sich aktuell erheblichen Herausforderungen entgegen: Während der Absatz in Europa und den USA teils klettert, bricht ausgerechnet in China – dem weltweit wichtigsten Einzelmarkt für Neuwagen – die Nachfrage massiv ein. Dort beeinflussen nicht nur eine deutliche Kaufzurückhaltung und ein knallharter Konkurrenzkampf mit einheimischen Marken die Entwicklung, auch der Umstieg auf neue Modelle macht dem Vertrieb zu schaffen. In der Summe leidet das Gesamtergebnis deutlich, der Umsatz des Konzerns sinkt, und auch die Prognosen für den weiteren Jahresverlauf sind mittlerweile eingetrübt.
Weitere Recherchen zeigen: In China wächst der Preisdruck besonders durch Marken wie BYD oder Nio, was europäische Autobauer generell hart trifft. Auch Branchendaten belegen, dass etwa VW oder BMW ähnliche Absatzprobleme vermelden mussten (vgl. Artikel von taz und DW). Zudem steigen in Europa die Kosten für Energie und Materialien, was die Margen der Autobauer weiter schmälern könnte.