Wenn man sich die aktuellen Zahlen zur Migration anschaut, bleibt einem fast die Spucke weg. Laut den Berechnungen des IW Köln war die Nettozuwanderung nach Deutschland im Jahr 2025 mit 235.000 Menschen auf einem der tiefsten Stände der letzten 15 Jahre. Lediglich während des Corona-Jahres sah es ähnlich mager aus. Im Vergleich: 2023 lag dieser Wert noch bei satten 663.000. Woran liegt das abrupt abgebremste Wachstum? Der Studie zufolge wirken drei Faktoren zusammen wie Bremsklötze: Erstens, es drängen viel weniger Asylbewerber ins Land (2025 nur noch 113.000 Erstanträge, ein Drittel von 2023). Zweitens, die Rückkehrwelle der sogenannten neuen EU-Mitbürger – 45.000 mehr Osteuropäer sind 2025 abgereist als eingewandert. Das Gegenteil war noch im Vorausgegangenen der Fall. Und schließlich verlassen verstärkt auch gebürtige Deutsche das Land, mit einem Sprung von 74.000 auf 97.000 Abwanderern in den letzten beiden Jahren.
Man könnte das jetzt als normale Fluktuation abtun – tut man aber besser nicht. Denn gerade die Rückgänge bei den EU-Fachkräften und der Wegzug qualifizierter Deutscher treffen die Wirtschaft empfindlich. Der Fachkräftemangel wird damit nicht nur zum Dauerbrenner, sondern droht sich weiter zu verschärfen. Das Institut rät darum dringend, Deutschland attraktiver für internationale Talente zu machen – einfach gesagt, doch schwierig in der Praxis. Ein Kritikpunkt: Die hohe Steuer- und Abgabenlast schreckt potenzielle Zuwanderer offenbar ab. Fraglich bleibt, ob und wie schnell hier gegengesteuert werden kann. Und wie lange sich der Trend noch hält – oder ob er vielleicht sogar kippt. Ein bisschen Skepsis bleibt wohl immer angebracht.
Die IW-Studie verdeutlicht, dass Deutschland in eine gefährliche Migrationslage rutscht: Deutlich weniger Zuwanderung, mehr Rückwanderung aus Mittel- und Osteuropa und eine wachsende Zahl Deutscher, die ihr Glück andernorts suchen. Besonders kritisch: Der Arbeitsmarkt könnte bald unter einem noch dramatischeren Fachkräftemangel leiden, was Innovationskraft und Wachstum hemmen kann. Übrigens mehren sich in Medien wie Spiegel oder Zeit die Analysen, dass Zuwanderung zwar Debatten entfacht, das Kernproblem aber die mangelnde Attraktivität des Standorts und die stagnierende Wirtschaft selbst bleibt. Das IW empfiehlt vor allem steuerliche Entlastungen und bessere Karriereperspektiven für Zuwanderer – Maßnahmen, die einfacher klingen, als sie letztlich umzusetzen sind.