Entlassener Staatssekretär Tino Sorge kritisiert Kanzler Merz offen

Tino Sorge, frisch seines Amtes enthoben, lässt seinem Ärger über Bundeskanzler Friedrich Merz (beide CDU) freien Lauf. Er moniert, dass die Art und Weise der Kommunikation – erst in Parteikreisen und via Medien, anstatt direkt im Gespräch – eigentlich für sich spreche. Dies teilte Sorge am Montagnachmittag in einer selbstverfassten Erklärung mit.

heute 18:15 Uhr | 2 mal gelesen

Man könne nur hoffen, dass hinter so einer Entscheidung mehr stecke als bloßes Taktieren oder Einzelinteressen. Die nüchterne Hoffnung: Vielleicht gibt es da einen größeren Plan, eine nachvollziehbare Strategie – etwas, das die Summe der Personalrochaden übersteigt. Es bleibt letztlich die offene Frage, was tatsächlich dahintersteht. Offensichtlich ist Sorge jedenfalls enttäuscht, beinahe so, als habe ihn weniger die Fakten als vielmehr der Umgangsstil getroffen.

Tino Sorge, zuvor Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, äußerte scharfe Kritik am Vorgehen von Bundeskanzler Merz bezüglich seiner Abberufung. Besonders irritiert zeigte sich Sorge darüber, dass er nicht persönlich informiert, sondern von Parteigremien und Medien erfahren habe – ein Stil, den er explizit anprangerte. Die Hintergründe der Entlassung bleiben im Dunkeln; sie steht möglicherweise im Zusammenhang mit politischen Umstrukturierungen vor wichtigen Landtagswahlen. Erweiterte Recherche ergibt, dass innerhalb der CDU derzeit interne Machtkämpfe und eine große Unsicherheit bezüglich der strategischen Ausrichtung vor den Landtagswahlen bestehen. Medien sprechen von einer schwierigen Situation für Merz, der in den eigenen Reihen auf Widerstand stößt und sich mit seiner Strategie nicht nur Freunde macht. Während einige Kommentatoren Hoffnungen auf einen Befreiungsschlag für die Partei äußern, sehen andere darin eher Anzeichen wachsender Instabilität. (Siehe dazu u.a. taz.de und sueddeutsche.de) Auch das allgemeine Vorgehen mit Personalien wird öffentlich als unglücklich und deplatzierend kritisiert.

Schlagwort aus diesem Artikel