Schulze fordert Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit für Gefährder

Sven Schulze, amtierender Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt (CDU), plädiert dafür, dass islamistische Gefährder mit doppelter Staatsbürgerschaft ihre deutsche Nationalität verlieren – so berichtet es das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

heute 18:36 Uhr | 1 mal gelesen

Am Montag trat Sven Schulze bei einer Diskussionsrunde des RND in Magdeburg mit einer klaren Botschaft auf: Doppelte Staatsbürgerschaften sind für ihn ein brisantes Thema, insbesondere wenn Menschen als islamistische Gefährder eingestuft werden. Schulze stellte die rhetorische Frage, warum solche Personen weiterhin zwei Pässe führen sollten – gerade wenn von ihnen Gefahr drohe. Er sparte nicht mit Kritik an der Bundespolitik in Berlin und forderte Initiativen auf Landesebene, falls die Bundesregierung das Problem nicht löst. Das Thema werde, so versprach Schulze, auf die Tagesordnung kommen, wenn Sachsen-Anhalt den Vorsitz bei der Ministerpräsidentenkonferenz inne hat. An Emotionen mangelte es dabei nicht: Der schmerzhafte Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt Ende 2024 sitzt ihm noch in den Knochen. Damals riss ein aus Saudi-Arabien stammender Angreifer sechs Menschen in den Tod und verletzte Hunderte. Auch der Täter des Berliner CSD-Anschlags, so erwähnte Schulze, hatte einen deutschen Pass – mit Wurzeln im Libanon. Schulze ließ durchblicken, dass er solche Fälle künftig verhindern will, auch wenn der Weg dahin sicherlich alles andere als simpel und politisch umstritten ist.

Sven Schulze setzt sich dezidiert für harte Maßnahmen gegen sogenannte islamistische Gefährder mit doppelter Staatsangehörigkeit ein. Seine Forderung, ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft zu entziehen, stößt auf eine teils emotional geführte Debatte – insbesondere nach dem schweren Terroranschlag von Magdeburg, der das Sicherheitsgefühl vieler Menschen erschüttert hat. In ganz Deutschland wächst der politische Druck, gesetzliche Wege für einen schnellen Entzug der Staatsbürgerschaft zu schaffen, wobei die Grundgesetzlage und Praktikabilität noch immer heftig umstritten sind. Schulzes Aussagen stoßen dabei sowohl auf Zustimmung in Teilen der Bevölkerung als auch auf kritische Stimmen, die Grundrechte, Integration und Diskriminierung in den Vordergrund rücken. In aktuellen Medienbeiträgen wird das Thema weiter aufgegriffen: Laut Artikel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gibt es vermehrt Überlegungen zur Verschärfung von Ausweisungs- und Abschieberegeln in Bund und Ländern. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet von Forderungen aus CDU-geführten Ländern nach mehr Kompetenzen für die Länderregierung. Außerdem diskutieren Medien wie die "Zeit" die verfassungsrechtlichen Grenzen eines solchen Vorgehens und den gesellschaftlichen Spagat zwischen Sicherheit und rechtsstaatlichen Prinzipien. In mehreren Bundesländern wird aktuell die Möglichkeit geprüft, wie und ob Doppelstaatlern im Extremfall tatsächlich die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen werden kann.

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